Personalien
Sarah Jessica Parker,
38, Sexgöttin aus der Dauerwurstserie "Sex and the City", prahlte mit ihrem Körper, sechs Monate nach der Geburt ihres Babys. Für die jüngste Ausgabe des US-Magazins "W" ließ sich die Darstellerin in leicht geschürzten Posen ablichten, der Bauch dabei flach wie ein Brett und ohne Schwangerschaftsstreifen. Doch die Frauen sollten sich jetzt nicht allzu schlecht fühlen. Denn sie könne sich "einen Yoga-Lehrer leisten, der zu mir nach Hause kommt, und einen Babysitter, wenn ich für anderthalb Stunden zum Bodybuilding gehe". Es sei eben ein Teil unserer Kultur, sagt Parker, die in der Serie die sexversessene Carrie spielt, dass wir von der Vorstellung geplagt sind, "Berühmtheiten müssten einfach aufregend" aussehen. Doch die Ansprüche seien nicht nur "viel zu hoch für die meisten normalen Frauen, sie sind selbst für uns zu hoch".
Hans-Ulrich Klose, 65, wegen seiner proamerikanischen Haltung etwas ins sozialdemokratische Abseits geratener SPD-Außenpolitiker, erhielt beruhigende Auskünfte von seiner Auto fahrenden Ehefrau Anne Steinbeck-Klose, 55. Die Ärztin, die in den neunziger Jahren mit einer Studie "Johanniskraut gegen Aids" für Wirbel sorgte, hatte am gemeinsamen Hochzeitstag ihren neuen 163-PS-Mini-Cooper dem Gatten vorgeführt. Der ließ sich den Motorraum zeigen, war fasziniert von dem Kraftpaket, wusste fachkundig gleich, dass die Batterie irgendwo hinten sein muss, wurde über die "supermodernen Reifen" informiert ("Schatz, da kannst du bei Plattfuß noch 100 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle fahren") und bekam dann den Innenraum gezeigt. Irritiert deutete Klose auf den Tacho: "Und was steht hier drauf?" "Ach", besänftigte die wissende Unschuld, "da steht 240 km/h, aber das musst du nicht fahren."
Peer Steinbrück, 56, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (SPD), gab sich als Heimwerker zu erkennen. Beim Besuch einer sauerländischen Produktionsfirma von Elektrotechnik erklärte der hohe Gast, dass er die Stromleitungen in seinem ersten Haus "alle selbst verlegt" habe. Steinbrück, dem eine gewisse bärenhafte Tapsigkeit nicht abgesprochen werden kann: "Ich bin nicht so ungeschickt mit den Händen wie ich aussehe."
William Bennett, 59, einer der schärfsten Moral-Kreuzzügler Amerikas, gehört nicht nur zu den bestbezahlten Rednern, er ist auch ein Spieler mit höchsten Einsätzen und hohen Verlusten. Der frühere Erziehungsminister und Drogenbeaufragte republikanischer Präsidenten und jetzt Chef eines streng konservativen Thinktanks, zog jahrelang über Trunkenheit und Promiskuität her, über die moralischen Verfehlungen der Liberalen und die Laxheit und Freizügigkeit der Gesellschaft. Sein Bestseller heißt "The Book of Virtues", das Buch der Tugenden. Pro Tugend-Auftritt erhält er bis zu 50 000 Dollar. Schadenfreude, auch ein Laster, aber kam auf bei vielen, als jetzt die Magazine "Newsweek" und "Washington Monthly" enthüllten, dass der Tugendbold rund acht Millionen Dollar in den vergangenen zehn Jahren in den Spielhöllen von Las Vegas und Atlantic City verdaddelt haben soll. Bennett, der mit der extrem konservativen Bruderschaft "Americans for Victory over Terrorism" an Universitäten für Irak-Krieg und notwendige Einschränkungen der Freiheit in Amerika geworben hat, behauptet, dass seine Verdammung der Sünden der Gesellschaft keineswegs unvereinbar mit seiner Spielleidenschaft sei: "Für mich ist es wie mit dem Trinken. Wenn du damit umgehen kannst, dann tu es." Vielleicht konnte er damit doch nicht umgehen. Immerhin gestand er nach der Magazin-Veröffentlichung, er habe "zu viel gespielt". In einer Pressemitteilung ließ Bennett anschließend verlauten: "Meine Tage als Spieler sind vorbei."
Antonio Pace, 53, Vorsitzender des "Vereins für die echte Pizza Neapels", klagt über Nachwuchsmangel. Trotz einer Arbeitslosenquote von durchschnittlich 20 Prozent in Neapel, finden traditionelle Pizzerien kaum jemanden, der bereit wäre, die Kunst der "echten" neapolitanischen Pizza fortzuführen. Die Pizzaioli, klagt Pace, suchten Arbeit lieber bei den modernen Pizzerien amerikanischer Machart.
Erst ein vierwöchiger Spezialkurs macht einen Pizzaiolo zum Meisterbäcker. Da lernen die Fladenformer alles, von der Auswahl des richtigen Holzes für den Ofen bis zur präzisen Mischung von Mehl und Wasser, korrekt ausgerichtet an der jeweils herrschenden Luftfeuchtigkeit. "Echte Pizzen backen, das ist harte Arbeit", sagt Pace, "die scheuen die jungen Leute." Selbst eine landesweite Werbekampagne für 20 freie Stellen hatte keinen Erfolg. Und das römische Landwirtschaftsministerium räumt ein, das "Problem sei drängend". Offenbar nicht drängend genug. Frauen, die, wie schon mal die Filmschauspielerin Sophia Loren, 68, demonstrierte, den Pizzateigklumpen zu einem dünnen Fladen ausdünnen, indem sie ihn immer wieder in der Luft herumwirbeln, sind in der Macho-Welt der Pizzabäcker offenbar undenkbar. Nein, sagt Pace, Pläne, Frauen zum Pizza-Spezialkurs zuzulassen und so den Mangel an echten Pizzaioli zu mindern, gebe es nicht.
Gerhard Schröder, 59, Bundeskanzler, steht zu seinem turbulenten Privatleben auch im Angesicht katholischer Würdenträger. Im Rahmen eines feierlichen Abendessens mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac und Polens Staatspräsident Aleksander Kwa£niewski in Breslau steckte der Vertreter der Diözese Niederschlesien, Kardinal Henryk Gulbinowicz, den drei Staatsmännern einen pompösen Ring an den Finger, silbern und dreimal so breit wie ein Ehering. Dieses Geschenk der Kirche, so der Geistliche am vergangenen Freitagabend, werde sonst nur Kardinälen und Bischöfen überreicht. Er wünsche sich von den Politikern der drei Länder, begründete er die ungewöhnliche Beringungsaktion, eine "kleine spirituelle Hochzeit". Der Kanzler grinste und schockte den Geistlichen mit einem offenen Bekenntnis: "Das wäre dann meine fünfte Heirat."
Roland Koch, 45, hessischer Ministerpräsident und "brutalstmöglicher Aufklärer" angeblicher "jüdischer Vermächtnisse" in der Parteispendenaffäre der hessischen CDU, stellte sich in einem Interview der Sonntagsausgabe des "Tagesspiegel" der "brutalstmöglichen Frage: Woran merkt Ihre Frau, dass Sie gelogen haben?" Antwort Koch: "Damit hat meine Frau praktisch keine Erfahrung."
Sharon Bush, 50, Ex-Ehefrau eines Bruders des US-Präsidenten, droht dem Bush-Clan mit einem Enthüllungsbuch. Neil Bush, 48, der in den achtziger Jahren in den für den amerikanischen Steuerzahler milliardenteuren Sparkassenskandal verwickelt war, hatte sich nach 23-jähriger Ehe scheiden lassen und seiner Frau zunächst nur, so das Magazin "New York Observer", 1000 Dollar Unterhalt monatlich geboten. Als die Mutter dreier Kinder, darunter die als Model erfolgreiche Tochter Lauren, 18, einwandte, sie brauche mehr, habe Neil Bush, der lange als das schwarze Schaf der Bush-Dynastie galt, kalt geantwortet: "Dann heirate wieder." Sharon Bush zieht eine andere Perspektive vor, wie ihre Sprecherin sagt: "Sie will allein sein und ein neues Leben beginnen." Da trifft es sich gut, dass "sie eine schöne Story zu erzählen" hat, die sie auch erzählen will.