Tierhaltung Verzichtbare Keimkiller
Das völlige Verbot von Antibiotika im Futter führt nicht, wie befürchtet, zu erhöhtem Bakterienbefall der Masttiere. Zu diesem Ergebnis kommen Mary Evans und Henrik Wegener vom Dänischen Tierärztlichen Institut in Kopenhagen.
Die Forscher haben weit über eine Million Fleischproben von Hühnern und Schweinen auf Salmonellen und Campylobacter untersucht, die beim Menschen zu Lebensmittelvergiftungen führen können.
Hintergrund der Studie: Seit 1998 sind in Dänemark alle Antibiotika im Tierfutter verboten. Denn niedrig dosierte Antibiotika wurden als Wachstumsförderer missbraucht und förderten gleichzeitig die Resistenz von Bakterien. Auch der EU-Ministerrat hat daher ein Verbot erlassen, das allerdings erst ab dem Jahr 2006 für alle Antibiotika gilt.
Die dänische Studie ermöglicht nun einen Ausblick auf die Langzeiteffekte dieser Regelung in anderen EU-Ländern: Durch den Verzicht auf Keimkiller im Kraftfutter hat sich das Risiko einer Lebensmittelvergiftung nicht erhöht doch dafür hat sich der Jahresverbrauch von Antibiotika in der dänischen Tierzucht halbiert.