USA Ende der Abrüstung?
Es gilt als sicher, dass die von den regierenden Republikanern beherrschte zweite Kammer des amerikanischen Kongresses der Empfehlung ihres zuständigen Streitkräfteausschusses folgt und das 1993 ergangene Verbot aufhebt, Nuklearsprengsätze mit einer Sprengkraft von weniger als fünf Kilotonnen des herkömmlichen Sprengstoffs TNT zu entwickeln.
Konservative Hardliner aus dem Umfeld von Präsident George W. Bush drängen seit Jahren auf den Bau der so genannten Mini-Nukes. Ihr Argument: Die zerstörerische Kraft jener Atombomben und -sprengköpfe, die derzeit in US-Depots lagern, sei so gewaltig, dass ihr Einsatz gegen die Bedrohungen von heute nicht mehr glaubwürdig vertreten werden könne. Nur mit Waffen, deren Wirkung begrenzt und kalkulierbar sei, ließen sich potenzielle Feinde wie Terrorgruppen oder "Schurkenstaaten" wirksam abschrecken. Gegner der neuen Politik fürchten hingegen, Mini-Nukes, die vor allem auch zur Zerstörung tief unter der Erde verbunkerter Ziele eingesetzt werden sollen, könnten die Trennlinie zwischen konventioneller und nuklearer Kriegführung verwischen.
Andere, wie der demokratische Senator Carl Levin, warnen vor den Folgen für das Verbot der Weiterverbreitung von Atomwaffen: "Das untergräbt unsere gesamte Argumentation." Auch Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte vergangenen Freitag modernisierte Atomwaffen an. Jayantha Dhanapala, stellvertretender Uno-Generalsekretär für Abrüstung, fürchtet einen weltweiten Wettlauf nach Atomwaffen: "Dann bricht die Hölle los. Es werden sich andere Länder und Terroristen finden, die Atomwaffen einsetzen. Wir befinden uns auf dem Weg nach Armageddon."