Israel Psychoberatung gegen Siedlergewalt
Gestresste israelische Sicherheitskräfte rund um die palästinensische Stadt Hebron im Westjordanland sollen künftig psychologische Betreuung erhalten. Allerdings ist nicht der zermürbende palästinensische Terror Anlass für die Hilfestellung, sondern die Gewalt, der die Ordnungshüter durch ihre eigenen Landsleute ausgesetzt sind.
Radikale jüdische Siedler, von denen sich 6000 am Ortsrand und wenige hundert im Zentrum der von 150.000 Palästinensern bewohnten Metropole niedergelassen haben, provozieren Polizisten und Militärs immer wieder mit verbalen Angriffen und bisweilen gar gewaltsamen Krawallen - vor allem, wenn israelische Sicherheitskräfte Übergriffe auf Palästinenser verhindern. Im Durchschnitt ergeht alle vier Tage eine Anzeige gegen Siedler wegen derartiger Delikte.
Die Konfrontation droht sich zu verschärfen, sollte die Regierung von Premier Ariel Scharon tatsächlich mit der Zwangsräumung illegaler jüdischer Außenposten beginnen. Deshalb werden Polizei und Militär jetzt in Workshops, zum Teil unterstützt von Schauspielern, auf solche möglicherweise traumatischen Auseinandersetzungen vorbereitet, zu denen Räumungen schon in der Vergangenheit immer wieder geführt haben. Der wichtigste Rat der Psychologen an die Ordnungshüter: "Nehmt es euch nicht zu Herzen."