Umwelt Lachse als Dünger
Als Folge von Überfischung und Staudammbau erreichen immer weniger Wildlachse ihre Laichgründe in den Quellgebieten nordamerikanischer Flüsse. US-Biologen von der University of Washington haben nun gezeigt, dass durch das Ausbleiben der Fische der Energie- und Nährstoffkreislauf in den flussaufwärts gelegenen Ökosystemen leidet.
Denn die Heimkehrer sind nicht nur eine Nahrungsquelle für Dutzende von Tierarten, darunter Bären und Nerze. Auch die nach dem Verenden der Tiere entstehenden riesigen Lachsfriedhöfe spenden wichtige Nährstoffe für die ufernahe Tier- und Pflanzenwelt - junge Lachse etwa speisen von den Überresten ihrer toten Artgenossen oder wildern in den Ei-Gelegen; die aus den Fischkadavern in den Boden gewaschenen Nährstoffe tauchen auch in den Blättern von fluss- und gewässernahen Bäumen und Sträuchern auf.
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Dieser Kreislauf der Natur ist nach den Erkenntnissen der Forscher in den Gewässern Alaskas noch weitgehend intakt - aus dem jährlich millionenfachen Tod der Lachse kann dort neues Leben entstehen. Alarmierend ist die Situation dagegen in den US-Bundesstaaten Washington und Oregon: Die Flüsse und flussnahen Regionen bekommen dort im Schnitt nur noch sechs Prozent der Nährstoffe, die sie vor einem Jahrhundert durch die Laichzüge der Meeresbewohner erhielten.