Biologie Invasion der Killerkrebse
Mit einer Aussetz-Aktion von mehr als 10.000 Hechten in den nördlich von Pisa gelegenen Lago di Massaciuccoli gehen italienische Biologen gegen amerikanische Krebse vor, von denen viele toskanische Gewässer heimgesucht werden.
Ein italienischer Unternehmer hatte Anfang der neunziger Jahre die ersten der Krebse ("Louisiana Crawfish") als kulinarische Delikatesse für seine Aquafarm eingeführt. Die Tiere waren robuster und hatten mehr und zudem wohlschmeckenderes Fleisch als einheimische Arten.
Doch die reiche Nachkommenschaft ausgebüxter Exemplare veränderte das Ökosystem in der neuen Heimat und machte sich über die einheimischen Verwandten her. "Sie fressen einfach alles", klagt Sergio Paglialunga, Direktor des Naturparks Massaciuccoli, zu dem der gleichnamige See gehört.
In den letzten vier Jahren haben die italienischen Biologen bereits 6000 Hechte ausgesetzt, die die Zahl der Vielfraße aus Übersee merklich reduzierten. Nun soll das erneute Großaufgebot an Raubfischen die Killerkrebse endgültig in die Schranken verweisen.