Medizintechnik: Mit dem Joystick durchs Herz - DER SPIEGEL
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Medizintechnik Mit dem Joystick durchs Herz

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Methode, um Katheter in bislang kaum erreichbare Körperregionen zu manövrieren, wird derzeit im Hamburger Krankenhaus St. Georg erprobt. Die neuartige Technik macht sich die Magnetkraft zu Nutze: Links und rechts des Operationstisches befinden sich zwei Magneten; sie sind groß wie Autoreifen und können hin und her bewegt werden. Auch an der Spitze des Katheters ist ein Magnet, winzig wie der Kopf einer Stecknadel.

Der Operateur sitzt während des Eingriffs vor einem Computerschirm, der den Röntgenblick in das Innere des Patienten zeigt, und steuert die Katheterspitze mit einem Joystick: Die zwei großen Magneten verändern daraufhin ihre Position und zwingen mit ihren Feldern den Mini-Magneten in die gewünschte Lage.

Bisher lenken Ärzte Katheter mit der Hand - was großes Geschick erfordert. Mit der neuen Technik indes lässt sich das Instrument bis auf den Millimeter genau dirigieren. Überdies ist der vordere Teil weicher und beweglicher als bei herkömmlichen Geräten - die Gefahr, den Patienten zu verletzen, sinkt.

Die Hamburger Mediziner zählen zu den ersten weltweit, die mit dem neuartigen Magnet-Katheter ins Herz vorstoßen. Aber nicht nur Herzpatienten könnten profitieren. Auch für Eingriffe im Magen-Darm-Trakt oder im Gehirn eröffnet das Instrument neue Perspektiven.