MATERIALFORSCHUNG: Kleben wie ein Gecko - DER SPIEGEL
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MATERIALFORSCHUNG Kleben wie ein Gecko

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kein Wirbeltier auf Erden geht so leichtfüßig die Wände hoch wie ein Gecko. Unter seinen Fußsohlen wachsen Millionen feinster Härchen: Ein jedes von ihnen wird durch physikalische Wechselwirkungen vom Untergrund angezogen ­ was in der Summe die imposante Haftkraft ergibt. Forscher aus Manchester und Tschernogolowka in Russland haben nun ein wieder verwendbares und trockenes Klebeband nach dem Gecko-Prinzip entwickelt, meldet das Fachblatt "Nature Materials". Sie haben dazu die Natur kopiert und ein Band mit winzigen Plastikärmchen (dünner als ein tausendstel Millimeter) hergestellt. Zunächst fand das künstliche Gecko-Band auf unebenen Oberflächen allerdings keinen Halt: Es war zu steif ­ nur wenige der Ärmchen hatten Kontakt mit dem Untergrund. Doch als die Wissenschaftler ihren Prototyp aus einem geschmeidigeren Kunststoff herstellten, trat der Gecko-Effekt ein. Eine Spider-Man-Puppe (40 Gramm schwer), in deren linker Hand ein Haftflicken befestigt war, ließ sich unter eine Glasfläche kleben. Für Versuche mit Menschen war kein Haftmaterial mehr übrig. Doch die Forscher haben errechnet: Normalgewichtige Zeitgenossen, die Handschuhe mit dem Klebeband trügen, könnten damit an der Decke hangeln.