Bahn Streit um Schlafwagen
Seit dem Unglück im vorigen November, bei dem im Nachtzug Paris-München zwölf Fahrgäste getötet und zwölf weitere Menschen verletzt wurden, weigert sich die französische Eisenbahn (SNCF), deutsche Schlafwagen auf ihr Netz zu lassen. Zwar hat die DB inzwischen ihre Schlafwagen umgerüstet, doch "seitens der SNCF" bestehen weiterhin "abweichende Auffassungen zur Zulassungsfähigkeit der Notausstiegsfenster", heißt es in einem Brief der Deutschen Bahn. Die Weigerung der Franzosen beschert der DB massive Probleme im anlaufenden Ferienverkehr - etwa in ihren Autozügen nach Südfrankreich. Auf Betreiben der Deutschen wurde deshalb ein Schiedsausschuss der europäischen Bahnen eingesetzt; eine Entscheidung steht allerdings noch aus. Auch Bahnchef Hartmut Mehdorn ist von der Situation betroffen: Der Manager, der stets mit Autozug und Schlafwagen in sein südfranzösisches Feriendomizil reist, muss diesmal im Liegewagen übernachten. Immerhin: In bestimmten Fällen will die Bahn ihre Kunden mit einem Reisegutschein über 130 Euro entschädigen - "als Geste der Entschuldigung" für den Komfortverzicht im Zug.