Bremen: Kein "Wesergate" - DER SPIEGEL
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Bremen Kein "Wesergate"

Der Lauschangriff auf die Bremer CDU-Politiker Bernd Neumann und Jens Eckhoff hat nach Einschätzung des Verfassungsschutzes keinen politischen Hintergrund.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Behörde hatte in der vorvergangenen Woche in den Büros der beiden Politiker in der Bremer CDU-Zentrale zwei Abhöranlagen gefunden, die womöglich schon vor bis zu drei Jahren hinter Steckdosen versteckt worden waren. Auch die Bremer Staatsanwaltschaft vermutet den Täter eher innerhalb der Union oder im privaten Umfeld. Neumann hatte den Verfassungsschutz eingeschaltet, nachdem ein blinder Hobby-Funker aus der Nachbarschaft in der CDU-Geschäftsstelle behauptet hatte, er habe über Funk Gespräche mit anhören können. Die Mitarbeiter glaubten ihm zunächst nicht; erst als der Mann Tage später erneut auftauchte und Details aus Gesprächen nennen konnte, wurden sie hellhörig. Nachdem die Wanze bei Neumann sichergestellt war, stattete der Funker der CDU vier Tage später einen weiteren Besuch ab. Diesmal behauptete er, Eckhoffs Büro werde ebenfalls abgehört. Auch dort wurde ein Abhörgerät gefunden. Eckhoff, der von dem Fund in Neumanns Büro nichts wusste, alarmierte die Polizei, bevor er feststellte, dass der Verfassungsschutz bereits vor Ort war. Den Funker kommt seine Hilfsbereitschaft möglicherweise teuer zu stehen: Die Staatsanwaltschaft prüft die Einleitung eines Verfahrens wegen Verstoßes gegen das Telekommunikationsgesetz.