Ernährung: Böhnchen ohne Tönchen - DER SPIEGEL
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Ernährung Böhnchen ohne Tönchen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berüchtigt waren Bohnen schon bei Pythagoras. Wegen ihrer stimulierenden Wirkung auf den Darm verbat der Mathematiker seinen Schülern jeglichen Verzehr dieser Hülsenfrucht.

Aus den gleichen Erwägungen meidet die moderne westliche Küche sie häufig. Dabei lassen sich die für die Flatulenz verantwortlichen Bestandteile der Bohne mit einem natürlichen Fermentationsverfahren beseitigen. Das hat die venezolanische Biologin Marisela Granito entdeckt.

Sie mahlte die Bohnen, löste sie in Wasser und wartete. Nach 96 Stunden waren die Verursacher des falschen Windes, so genannte Alpha-Galactosid-Verbindungen, größtenteils verschwunden; Granito fand nur noch ein Zwanzigstel der ursprünglichen Konzentration.

Ohne die in vielen Fällen peinliche Nebenwirkung könnte das gesunde Gemüse, so ihre Hoffnung, auch in Europa wieder verstärkt auf den Speisezettel zurückkehren.