Biowaffen: Blutkörperchen erkennen Killerkeime - DER SPIEGEL
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Biowaffen Blutkörperchen erkennen Killerkeime

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Milzbrand, Pocken, Pest, Tularämie - die Liste der möglichen Erreger, die bei einem Bioterror-Anschlag zum Einsatz kommen könnten, ist lang. Forscher um den US-Mikrobiologen Todd Rider haben nun im Fachblatt "Science" ein System vorgestellt, das derlei hochgefährliche Bakterien und Viren blitzschnell nachweisen kann.

Die Wissenschaftler machten sich die erstaunliche Fähigkeit weißer Blutkörperchen zu Nutze, auf pathogene Keime zu reagieren. Sie veränderten die Wand der Immunzellen so, dass nur jeweils ein ausgewählter Erreger andocken kann. Zusätzlich statteten sie die Zellen mit einem Leucht-Gen einer Qualle aus.

Bei Kontakt mit einem tödlichen Erreger fangen die Blutkörperchen nun innerhalb von Sekunden an zu leuchten. "Das System ist sehr empfindlich und reagiert sehr viel schneller als bisherige Sensoren", sagt Rider.

Schon haben die Forscher Zelllinien für zwölf verschiedene Killerkeime entwickelt. Neben der Bioterror-Abwehr sollen sie unter anderem auch für die medizinische Diagnose oder zur Überwachung von Wasser- und Lebensmittelqualität eingesetzt werden. Ein tragbares Gerät wird derzeit entwickelt.