Stasi DDR-Spion bei "Bild"?
Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hatte laut MfS-Akten am 25. Mai 1989 den Berliner Journalisten Klaus Feuerherm als "IMS Richard" geworben. Eine schriftliche Verpflichtung von Feuerherm schien der Stasi offenbar nicht nötig - der Fußballexperte hatte in anderer Funktion schon viele Jahre mit dem MfS zusammengearbeitet: als registrierter Informant einer Sonderabteilung des Stasi-Chefs Erich Mielke, die in den achtziger Jahren den Ost-Berliner Fußballclub BFC Dynamo Berlin beobachtete. Feuerherm arbeitete zu DDR-Zeiten bei der FDJ-Zeitung "Junge Welt", nach der Wende wechselte er zu "Bild". Derzeit berichtet er über den Bundesligisten Hertha BSC Berlin.
Mehrmals hat Feuerherm laut Stasi-Akten finanzielle Zuwendungen quittiert, meist mit seinem Decknamen "Richard". Insgesamt soll er 1700 Mark Prämien erhalten haben. Für die Hauptverwaltung Aufklärung hatte er während der Junioren-Weltmeisterschaft 1989 in Saudi-Arabien gearbeitet. Noch im Oktober 1989, kurz vor dem Mauerfall, habe Feuerherm gemäß Aktenlage zudem über den "Landesverrat von Fußballern der Oberliga" der DDR berichtet. Gemeint waren die beginnenden Absetzbewegungen von Kickern in den Westen.
Vor vier Jahren waren drei "Bild"-Redakteure als IM enttarnt worden; sie hatten daraufhin das Blatt verlassen. Feuerherm, 50, sagt, er sei kein IM gewesen, nie habe er eine Verpflichtungserklärung unterschrieben oder schriftliche Berichte geliefert. Die Prämien will er für "journalistische Beiträge und Fotos" für den BFC Dynamo erhalten haben.