Kalifornien-Chaos-Wahl Terminator kämpft gegen 134 Gegner
Los Angeles - Die Die geplante Volksabstimmung um den Gouverneursposten stellt Kalifornien vor enorme logistische Probleme. Da sich 135 Kandidaten bei der vorgezogenen Wahl am 7. Oktober für das höchste politische Amt bewerben, bekommen die Wähler ellenlange Wahlzettel überreicht. Die Namen werden jedoch nicht alphabetisch geordnet, sondern nach einem ausgelosten Zufallsprinzip aufgeführt, was die Orientierung nicht gerade erleichtert.
Zudem variiert das Auszählungsverfahren von Bezirk zu Bezirk, weshalb ein Chaos wie bei der Präsidentenwahl 2000 in Florida in Aussicht steht: Etliche Wahllokale nutzen noch das fehleranfällige Lochkartensystem, das damals extreme Verwirrung stiftete.
Größere Gewähr für einwandfreie Auszählung soll ein Programm nach dem Vorbild der Geldautomaten bieten: Die Wähler tippen auf einem Bildschirm auf den Namen ihres Kandidaten - doch die allerwenigsten Bezirke haben das neue "touchscreen"-System bereits angeschafft. Andere Bezirke wiederum wollen deshalb lieber manuell auszählen lassen, was sich bis weit in den nächsten Tag hinziehen könnte.
Den Gerichten liegen mittlerweile Klagen auf Verschiebung des Referendums vor, weil das Recht der Wähler auf ein überschaubares Wahlverfahren verletzt werde. Unterdessen hat sich Überraschungskandidat Arnold Schwarzenegger mit erfahrenen Beratern umgeben, um den Vorwurf zu entkräften, ihm fehle Kompetenz. Einen Coup landete er mit dem Multimilliardär Warren Buffett, der Schwarzenegger mit Rat zur Seite tritt. Buffett bevorzugt eigentlich die Demokraten, macht aber "für meinen Freund Arnold" eine Ausnahme.
Auch Ex-Außenminister George Shultz vermochte der Steirer zu ködern - er soll Vorschläge für die Sanierung des kalifornischen Haushalts erarbeiten. Der amtierende Gouverneur Gray Davis bleibt ebenfalls nicht ohne prominenten Beistand: Bill Clinton hat ihm geraten, sich so zu verhalten wie er selbst in der Lewinsky-Affäre: den Amtsgeschäften konsequent nachgehen, keine Schwachheit spüren lassen - und durch Unbeirrbarkeit Eindruck schinden.