Bildung: Profit mit Pisa - DER SPIEGEL
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Bildung Profit mit Pisa

Ob Deutschlands Schüler im jüngsten Teil der Pisa-Studie besser abschneiden, muss sich noch zeigen: Die Testbögen werden gerade ausgewertet. Auf jeden Fall kann nach dem blamablen Ergebnis in der internationalen Schülerleistungs-Untersuchung hier zu Lande jedes Kind etwas mit dem Begriff anfangen - für einige Verlage Grund genug für eine Produkt-Offensive.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im "großen Pisa-Training" aus dem Compact Verlag können Erwachsene "logisches Denken intelligent anwenden", bei www.wissen.de gibt es einen "großen Pisa-Trainer", der Badener Mehrzu-Verlag hat eine ganze Palette von Pisa-Unterrichtsmaterialien ersonnen. "Lebensnahe Aufgaben nach den Pisa-Bildungsstandards" werden da geboten, nach einem "Internet-Studium" winkt Lehrern eine Urkunde als "zertifizierter Pisa-Lerntrainer".

Doch mit der Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben die Bücher und Lernkärtchen nichts zu tun. Offizielle "Pisa-Bildungsstandards" gibt es nicht. Andreas Schleicher, Pisa-Koordinator bei der OECD, beobachtet auch in anderen Ländern einen Boom der Pisa-Produkte. "Was wirklich bei Pisa getestet wird, kann man nicht mit simplen Methoden trainieren", urteilt Schleicher. "Wir fragen ab, ob Schüler Zusammenhänge begriffen haben." Im kommenden Jahr will die OECD selbst Vorschläge für neue Unterrichtskonzepte nach Pisa vorstellen.