Iran: Ausgelöschte Geschichte - DER SPIEGEL
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Iran Ausgelöschte Geschichte

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Seit Monaten hatte der Erdbebenexperte Bahram Akasche von der Universität Teheran seine Landsleute wegen ihrer mangelhaften Vorbereitungen auf das nächste große Erdbeben kritisiert: "Die meisten Leute denken, wenn Gott es will, wird es geschehen." Und es geschah: Mit einer Stärke von 6,3 auf der Richter-Skala zerstörte ein Erdbeben am zweiten Weihnachtstag das antike Bam im Südosten Irans. In der 120 000-Einwohner-Stadt, einem Touristenzentrum an der historischen Seidenstraße, die China mit Europa verband, zählten Bergungshelfer bis Freitagabend über 5000 Tote. Befürchtungen wurden laut, dass diese Zahl sich noch vervielfachen könne. Das Erdbeben, das 70 Prozent der Häuser in Bam zerstörte, erwies sich als besonders heimtückisch, weil es um 5.28 Uhr morgens die Bewohner in ihren Betten überrascht hatte, wo sie unter den einstürzenden Häusern begraben wurden. Auch zwei städtische Krankenhäuser wurden zerstört. Das folgenreichste Erdbeben seit 1990, damals starben mehr als 40 000 Iraner, ist eine Folge des Drucks, mit dem sich die so genannte arabische Platte unter die iranische schiebt.