Lebensmittel: Wein in Gefahr - DER SPIEGEL
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Lebensmittel Wein in Gefahr

Die Chemikalie mit dem unappetitlichen Namen Tribromanisol (TBA) verdirbt Weintrinkern den Genuss. Französische Forscher haben den Stoff in mehreren Weinkellern ihrer Heimat gefunden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

TBA entsteht, wenn Bakterien jene feuerfeste, pilzabtötende Chemikalie abbauen, mit der Holz imprägniert wird. Jetzt haben die Wissenschaftler nachgewiesen, dass bereits mit winzigen Mengen kontaminierter Wein einen deutlich korkigen Geschmack annimmt - insbesondere sei Weißwein betroffen.

Nach einjähriger Lagerzeit in behandelten Fässern ließ sich ein Gehalt von 38 Nanogramm der Chemikalie pro Liter nachweisen - keine giftige Konzentration, aber genug, um den Rebensaft in miefige Brühe zu verwandeln. Denn bereits 4 Nanogramm TBA pro Liter - das entspricht etwa einer Messerspitze Zucker aufgelöst in einem olympischen Schwimmbecken - reichen den Forschern zufolge aus, um die beste Ernte zu verderben.

Für die betroffenen Winzer könnte TBA zum Dauerproblem werden. Denn mit der Beseitigung der imprägnierten Holzfässer ist es nicht getan: TBA setzt sich hartnäckig in den Kellerwänden fest und kann von dort aus erneut den Wein befallen.