Trends der Cebit Zeit für Spaßmaschinen
HANDY-FOTOS
Gerahmte Pixel
Erstmals wurden 2003 in Deutschland mehr digitale als analoge Fotoapparate verkauft. Doch die Digitalfotografen verhalten sich erstaunlich anachronistisch, wenn es um das Betrachten ihrer Pixelbilder geht: Von den mehr als 5 Milliarden Papierabzügen pro Jahr in Deutschland stammen bereits schätzungsweise 400 Millionen Fotos von einer digitalen Vorlage - mit einer Zuwachsrate von 350 Prozent im Jahr.
Neben den hochpreisigen, hochauflösenden Kameras gibt es eine zweite Klasse der Digitalknipserei: Schnappschüsse von Fotohandys. Auch hier ist die Verbreitung immens: Ende dieses Jahres wird jedes fünfte in Westeuropa verkaufte Handy fotografieren können, Ende 2005 fast jedes zweite.
Doch zur Enttäuschung der Netzbetreiber werden diese Bilder nur selten als (teure) MMS-Botschaften verschickt. Um aber auf Papier gebannt zu werden, ist ihre Auflösung oft noch zu schlecht. Folglich werden die meisten Handy-Bildchen derzeit fast ebenso schnell gelöscht wie geknipst. Um das zu ändern, präsentiert der Handy-Marktführer Nokia eine neue Gerätegattung: digitale Bilderrahmen.
Technisch handelt es sich dabei einfach um kleine Flachbildschirme mit Speicher und Infrarot-Schnittstelle zum Empfang der Bilder vom Handy. Die Pixelrahmen taugen nicht nur für Einzelbilder, sondern auch für ganze Diashows.
ASTRONOMIE
Himmelsnavigator
Eine neue Generation von Amateur-Teleskopen mit Motorsteuerung verfügt nicht nur über eine einprogrammierte Sternenkarte zum Anpeilen Abertausender Himmelskörper.
Teleskope wie das "LX200GPS" der Firma Meade können sich auch von selbst justieren. Möglich macht dies ein GPS-Empfänger, der wie die Satellitennavigation im Auto exakt den eigenen Standort erkennt. Dieses Wissen genügt, um Drehung und Neigungswinkel zum gesuchten Stern zu errechnen. Durch den Anschluss an ein Notebook steuert das Teleskop per Autopilot durch die Galaxien: Es fährt gehorsam auf Mausklick in Position oder veranstaltet visuelle Spritztouren quer über den Nachthimmel.
Das Teleskop "Nexstar 5i" des amerikanischen Herstellers Celestron ist sogar astronautischer Adel: Eine baugleiche Optik war bereits an Bord eines Space Shuttle dabei.
MUSIKSPIELER
Handflächen-Karaoke
Seit der Markt für MP3-Spieler von Geräten mit fetten Festplatten wie Apples "iPod" dominiert wird, müssen sich Hersteller der billigeren Leichtbau-Varianten etwas Besonderes einfallen lassen: Karaoke-Gesang zum Beispiel, wie es der "Irock 730i" des Herstellers First International Digital den Benutzern ermöglicht, indem er beim Abspielen von Musikstücken auch die Liedtexte anzeigt.
Das digitale Soufflieren wird möglich durch das MP3i-Format, das neben den Musikdaten zugleich Texte und Fotos speichert. Auch im herkömmlichen MP3-Format für komprimierte Musik gibt es Felder, in die Textinformationen eingetragen werden können.
Dadurch können an jedes Stück Zusatzinfos wie Name, Interpret und Erscheinungsjahr angeheftet werden. In MP3i dagegen kommt zusätzlich eine Zeitachse dazu - um sicherzustellen, dass der angezeigte Liedtext nicht aus dem Takt des Gesangs läuft. Außerdem taugt das Karaoke-Format sogar dazu, kleine Foto-Diashows synchron zur Musik im Display ablaufen zu lassen.