Angriff der Krabben und Würmer - DER SPIEGEL
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Angriff der Krabben und Würmer

Der deutsche Autor Frank Schätzing erzählt in seinem Thriller "Der Schwarm" spannend von den Gefahren des Meeres.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dieses Buch kommt wie ein Tsunami daher, wie eine jener Riesenwellen, die locker 20 Meter erreichen und in einem Schwung ganze Küstenstädte verwüsten können. Auch in Frank Schätzings Roman "Der Schwarm" tun sie das. Und nicht nur das norwegische Trondheim muss dran glauben. Der Umwelt-Thriller des Kölner Autors vermag den Leser von Beginn an zu faszinieren.

Es fängt harmlos an - ein peruanischer Fischer, der von einer Ausfahrt nicht zurückkehrt; Wale, die auf ihrer jährlichen Wanderung im Atlantik anscheinend spurlos verschwinden. Doch dann kommt es Schlag auf Schlag: erst die Welle der Killeralgen und giftigen Krabben, dann die Angriffe der zurückgekehrten Wale und die massenhaften Schiffshavarien, die explodierenden Hummer und die den Meeresboden destabilisierenden Würmer. Hat es den Leser vor lauter Action erst einmal von den Beinen gerissen, folgt der Sog des zurückfließenden Wassers: Mit neuen Forschungsergebnissen erklärt Schätzing, 46, einleuchtend die Vorkommnisse. Wie viel von der Fiktion könnte real sein? Was wissen wir wirklich über die Tiefsee und ihre Bewohner?

Während die Protagonisten im Roman - der verstockte Verhaltensforscher Anawak und Johanson, der noch beim Untergang der Erde einen guten Bordeaux nicht verschmähen würde - um immer neue Ergebnisse zur Aufklärung kämpfen, kommt etwas Ruhe in die Geschichte: Wie bei einem Tsunami, dessen zweite und dritte Welle oft erst nach Zeiten der scheinbaren Entspannung heranrollen, lässt der Showdown auf sich warten. Doch das Finale rüttelt menschliche Intrigen und ozeanische Angriffe auf die Weltenretter zusammen zu einem wild schäumenden Abenteuer-Cocktail.

JENNY CLEMENS


Frank Schätzing: Der Schwarm. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln; 1008 Seiten; 24,90 Euro.