Pakistan: Gefahr für Musharraf - DER SPIEGEL
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Pakistan Gefahr für Musharraf

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Der frühere pakistanische Geheimdienstchef Hamid Gul rechnet in den nächsten Wochen mit einem neuen Mordanschlag auf Präsident Pervez Musharraf, der erst im Dezember zwei Attentate um Haaresbreite überstanden hatte. "Die Täter können von der Qaida kommen, aber genauso gut aus Kreisen empörter Pakistaner", sagte Gul am vergangenen Freitag in Rawalpindi dem SPIEGEL. "Musharraf hat sich in eine Zwickmühle manövriert, sein anbiedernder Kurs gegenüber Washington ist schuld daran."

Pakistans Militärherrscher hatte auf dringenden Wunsch der USA vor zwei Wochen 15 000 Soldaten in das Stammesgebiet von Waziristan geschickt, um etwa 400 über die afghanische Grenze gedrungene Qaida-Kämpfer festzunehmen - es war seit der Staatsgründung 1947 der bei weitem massivste Vorstoß in eine der Grenzregionen, denen weitgehende Autonomie garantiert wird.

Unerwartet heftige Gegenwehr der Qaida-Terroristen, aber auch vieler Stammeskrieger führte bei Islamabads Truppen zu demütigenden Verlusten. Bis Samstagmorgen starben 37 pakistanische Soldaten, fast zwei Dutzend Zivilisten und etwa 55 Kämpfer.

Nicht gefasst wurde das "hochwertige Ziel", das die pakistanische Führungsspitze schon nahe der Stadt Wana ausgemacht hatte: Der Bin-Laden-Stellvertreter Aiman al-Sawahiri hielt sich zwar in Waziristan auf, war aber nach neuesten Geheimdienstinformationen etwa zehn Kilometer von der eingekesselten Qaida-Gruppe, hauptsächlich Usbeken und Tschetschenen, entfernt.

Am Donnerstag strahlte der Fernsehsender al-Dschasira eine Tonbandnachricht aus, in der Sawahiri, auf den Vorstoß der pakistanischen Armee in der Grenzregion anspielend, seinerseits Musharraf den Krieg erklärt: "Jeder Muslim in Pakistan muss sein Bestes geben, um diese Regierung zu stürzen."