Dokumentarfilm Libidokiller Big Mäc
Everything is big in USA. Vor allem der Big Mäc. Mit einem Selbstexperiment demonstrierte Regisseur Morgan Spurlock, 33, die Auswüchse einer gefährlichen Gewohnheit. Er ernährte sich unter ärztlicher Aufsicht einen Monat lang dreimal täglich bei McDonald's. Präferenz: Super-Size-Portion, in Deutschland als "maxi!menü" bekannt.
Die Ergebnisse der 5000-Kalorien-"Diät" dokumentierte Spurlock filmisch: "Super Size Me" illustriert neben altbekannten Fakten der Junk-Food-Kultur, wie Spurlock abhängig von den gigantischen Fleischportionen wurde, seine Leberwerte schon nach drei Wochen lebensbedrohliche Höhen erreicht hatten und seine Libido erlahmte.
Seit die Satire in Michael-Moore-Manier, die auch einige allzu alberne Momente hat, vorletzte Woche in den USA angelaufen ist, liefern sich Befürworter und Gegner heftige Debatten. Spurlocks Experiment sei "unrealistisch", meinte die "Chicago Sun-Times", niemand mute sich dreimal täglich derartige Mengen zu. Jeder sei schließlich selbst für die Auswahl seines Essens verantwortlich, heißt es in einem kürzlich verabschiedeten Gesetzentwurf.
Die Frage der eigenen Verantwortlichkeit stellt sich allerdings neu, verfolgt man Spurlocks Reise durch die von Fast-Food-Angeboten beherrschten Schulkantinen der USA. McDonald's kündigt jetzt an, die Super-Size-Portion aus dem Programm zu nehmen - selbstverständlich "nicht wegen des Films".