WESTAFRIKA Kinder als Arbeitssklaven
Sie müssen von früh bis spät schuften, sie vegetieren wie
Tiere in stallähnlichen Verschlägen und werden unzureichend
ernährt: Kindersklaven auf Plantagen und in Haushalten in
Westafrika. Unter falschen Versprechungen (leichte Arbeit,
Schulbesuch) kaufen Menschenhändler mittellosen Eltern für
umgerechnet 50 bis 70 Mark ihre Kinder ab und veräußern sie
zum zehnfachen Preis in den Nachbarländern. Anfang Juni
entdeckten Benins Grenzbehörden 92 Kinder, die als
Sklavenarbeiter nach Togo und an die Elfenbeinküste
geschickt werden sollten. Insgesamt wurden bei ähnlichen
Razzien in den vergangenen vier Jahren mehr als tausend
Minderjährige befreit. In Benin kämpfen diverse
Organisationen gegen die Händlerringe. Mindestens 100 000
Kinder werden nach ihren Schätzungen allein in dem
Ministaat (5,7 Millionen Einwohner) als kostenlose
Arbeitskräfte mißbraucht. Der neue Menschenhandel tritt
immer häufiger an die Stelle einer alten
Erziehungstradition: Arme Stammesmitglieder schickten ihren
Nachwuchs zu wohlhabenden Familien, wo er zwar im Haus und
Gewerbe helfen mußte, dafür aber auch versorgt und
ausgebildet
wurde.