Italien Strand-Alarm
Vielen Küstenorten droht der Verlust ihrer Hauptattraktion: Die Sandstrände versinken im Meer. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden 4500 Quadratkilometer Küstenland erodiert sein oder unter Wasser stehen, prophezeit eine im Auftrag der staatlichen Umwelt- und Energieagentur Enea erarbeitete Studie. Schon jetzt wird der Sand knapp. Der berühmte VIP-Strand Macchiatonda beim toskanischen Capalbio beispielsweise war vor 30 Jahren noch etwa 50 Meter breit und bot Raum zum fröhlichen Ballspiel. Heute ist er auf magere 10 Meter geschrumpft, Polit-Größen und TV-Schönheiten müssen sich auf gerade noch einer Reihe von Liegen und Sonnenschirmen quetschen.
Für den Strandschwund in den kommenden Jahrzehnten ist zum einen der langsame, aber stete Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich - um jährlich zwei Millimeter, vermutlich in Folge der globalen Erwärmung. Zum anderen senkt sich das Festland in Süditalien ebenso wie die dortigen Inseln um 0,2 bis 0,4 Millimeter im Jahr, weil sich tief im Untergrund die Erdplatten verschieben. Ein Übriges tut der Mensch.
Insbesondere dort, wo zuvor pflanzenbewachsene Dünenlandschaften zu vegetationslosem Flachstrand planiert wurden, dezimieren Wind und Wasser den Sandbestand. In Extremfällen, wie an Italiens Südwestküste schon geschehen, reicht dann ein heftiger Sturm, um einen Strand über Nacht nahezu komplett verschwinden zu lassen.