BIOETHIK: Klon-Lizenz für Deutschen - DER SPIEGEL
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BIOETHIK Klon-Lizenz für Deutschen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Streit über die Entscheidung Großbritanniens, erstmals das Klonen menschlicher Embryonen zu genehmigen, zeigt die forschungspolitische Sprecherin der Union, Katherina Reiche, Verständnis für die Briten: "Gegen das Verfahren ist im Prinzip nichts zu sagen." Pikant ist, dass die Klon-Lizenz vorigen Mittwoch auch an einen deutschen Forscher vergeben wurde: Miodrag Stojkovic, 40, jetzt an der University of Newcastle, erlernte das Handwerk des Klonens am Lehrstuhl für molekulare Tierzucht der Universität München. Vor zwei Jahren wechselte der gebürtige Serbe ins freizügige England. "Alles, was ich hier machen darf", so Stojkovic über sein Gastland, "ist in Deutschland leider verboten." In Newcastle wollen die Forscher bis zu 2000 Eizellen pro Jahr entkernen und dann mit dem genetischen Material menschlicher Hautzellen füllen. Die daraus heranwachsenden Embryonen wären Klone. Die Wissenschaftler wollen diese jedoch früh abtöten und aus ihnen embryonale Stammzellen (ES-Zellen) für klinische Zwecke herstellen. Dabei wollen sie so viele Linien wie möglich produzieren und die der britischen ES-Zellbank zur Verfügung stellen. Stojkovic kritisiert, dass die Bundesrepublik seinen Forschungseinrichtungen den Zugriff auf diese Bank verbietet: "In Deutschland gibt es führende Wissenschaftler, die dasselbe machen wollen wie ich, es aber nicht machen dürfen." Auch Reiche fragt, wie lange man diesen Kurs noch halten könne.