Fernsehen: TV-Rückblick - DER SPIEGEL
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Fernsehen TV-Rückblick

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Olympia-Berichterstattung

22. bis 27. August ARD/ZDF

Früher, in den alten Zeiten, wo Schriftzüge oder Symbole noch geholfen haben, wusste der Zuschauer stets, wann es im Fernsehen Gegenwart war: Für Live-Einblendungen gab es klare Kennzeichnungen. In Athen war es um diese Orientierung im Eifer des Gefechts oftmals geschehen. Gehetzt von den Jägern des meistens verlorenen Schatzes, den deutsche Medaillenchancen suchenden Anstalten ARD und ZDF, musste der Zuschauer zwischen den Wettkampfstätten hin- und zurückspringen und wusste oft nicht, ob da direkt oder per Aufzeichnung übertragen wurde. Auch die allfälligen Nachrichtensendungen trugen zur Zeitverwirrung bei. Selbst während der dramatischen und zweimal verlängerten Viertelfinal-Handball-Partie Spanien gegen Deutschland riskierten die Mainzer eine Ausblendung zu den "heute"-Nachrichten, automatisch zuckte der Fernbedienungsfinger, doch der in Live-/Aufzeichnungsfragen sonst zuverlässigere Eurosport-Sender konnte nicht wie sonst weiterhelfen. Die Verdrängung der Gegenwart durch die von der TV-Dramaturgie geprägte Eigenzeit definiert den olympischen Geist neu: Dabei sein ist eben doch nicht alles, wenn irgendwo anders in einem Vorlauf ein Deutscher Dritter wird oder die "Tagesschau" dran ist.