Archäologie Kampf ums Wrack
Um das Wrack zu heben, ließ Gassan Salama, Gouverneur der Provinz Colón und Miteigentümer der Bergungsfirma IMDI, ein Team unter Leitung eines kubanischen Tauchers acht Wochen lang an der sechs Meter tiefen Fundstelle arbeiten.
Auf Drängen von Wissenschaftlern untersagte der Oberste Gerichtshof Panamas nun per Eilentscheidung alle weiteren Grabungen. Die Schatztaucher hatten jedoch bereits den Sand beseitigt, der den exzellent erhaltenen Rumpf schützte - damit ist das Holz der Strömung und einem möglichen rapiden Verfall ausgesetzt; Pollen und andere Kleinstteile, die für Unterwasserarchäologen von Wert sind, wurden zerstört.
Spurensuche in der Karibik: Columbus' letzte Reise
Das Wrack, das Taucher in der Bucht von Nombre de Dios zufällig entdeckt haben, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das älteste Schiff, das jemals vor amerikanischen Küsten gefunden wurde. Viele Indizien deuten sogar darauf hin, dass es sich um die "Vizcaína" handelt, die Columbus im April 1503 auf seiner vierten Reise in die Neue Welt verlor. Seit Monaten steht ein Forscherteam der Texas A&M University bereit, das die Bergung, Dokumentation und Konservierung des Schiffs mit anschließender Rückführung in ein Museum in Panama garantiert.
Doch die Schatztaucherfirma hat sich über ihre Kontakte zum Finanzministerium Genehmigungen gesichert, die nach Auffassung panamaischer Archäologen nur die Kulturbehörde hätte ausstellen dürfen. Seitdem versuchen die Schatzsucher, die Wissenschaftler von der Fundstelle fern zu halten. Der SPIEGEL berichtete in einer Serie (Hefte 25, 26/2004) und in einem Buch ("Die letzte Reise - Der Fall Christoph Columbus") über die rätselhafte Entdeckung; das ZDF zeigt am Sonntag, dem 26. September, um 19.30 Uhr den von SPIEGEL TV produzierten Dokumentarfilm in seiner Reihe "Tauchfahrt in die Vergangenheit".