HIRNFORSCHUNG: Platz für Träume - DER SPIEGEL
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HIRNFORSCHUNG Platz für Träume

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Patientin aus Zürich hat Forschern zu einer Traumspur verholfen. "Alles deutet darauf hin, dass wir in ihrem Gehirn Regionen gefunden haben, die wesentlich zur Produktion und Kontrolle von Träumen beitragen", sagt Claudio Bassetti, Chefarzt an der Neurologischen Klinik der Universität Zürich. Die 73-jährige Patientin litt nach einem Schlaganfall zunächst unter Sehstörungen; dann kehrte die Augenkraft zurück - doch dafür verließen sie nun die Träume. Der Schlaganfall, so zeigen Bilder ihres Gehirns, hatte Regionen im hinteren Lappen beider Gehirnhälften beschädigt, die auch beim Erkennen von Gesichtern und Landschaften aktiv werden und zudem für Gefühle und visuelle Erinnerung zuständig sind. "All diese Arbeiten leistet das Gehirn, wenn der Mensch träumt", sagt Bassetti. Die Patientin berichtete, dass sie vor dem Hirninfarkt bis zu viermal in der Woche geträumt habe.