Irak: Rückkehr der Altkader - DER SPIEGEL
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Irak Rückkehr der Altkader

Übergangspremier Ijad Alawi verprellt die US-Regierung und ihre Sicherheitsberater. Entgegen den Empfehlungen aus Washington nahm Alawi direkten Kontakt zu entmachteten Kadern von Saddam Husseins Baath-Partei auf, deren Einfluss auf die Bevölkerung des Zweistromlandes wieder wächst.
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Es geht vor allem um ehemalige Parteimitglieder, die schon vor dem Regimesturz nicht als Günstlinge Saddams galten, sondern als überzeugte linkslastige Nationalisten. Die könnten nun, so hoffen Vertraute des Übergangspremiers, im Kampf der neuen irakischen Armee- und Polizeieinheiten gegen den Terror nützliche Dienste leisten - indem sie zum Beispiel lokale Allianzen zwischen regimekritischen Gruppen und religiösen Fundamentalisten sprengen und so die Sicherheitslage für die geplanten allgemeinen Wahlen verbessern.

Das Bestreben der Amerikaner, durch ein religiös-ethnisches Proporzsystem der schiitischen Bevölkerungsmehrheit im künftigen Irak größeren Einfluss zuzugestehen, kann nach Alawis Kalkül nicht aufgehen. Er wisse, so sagen Berater, dass eine konfessionsübergreifende irakische Identität für die innere Befriedung von entscheidender Bedeutung ist.

Die Aufwertung der sunnitisch dominierten Baathisten fordert aber ihren politischen Preis. So stellen die Altkader "Grundforderungen" für die Zusammenarbeit, wie zum Beispiel Tilgung aller konfessionsbezogenen Paragrafen im Verfassungsentwurf, die Wiederzulassung ihrer Partei oder die Wiedereinstellung entlassener Beamter. Zudem soll Alawi auch die staatliche Oberhoheit über die Erdölförderung garantieren.

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