Film: Loblied auf Europa - DER SPIEGEL
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Film Loblied auf Europa

Merry Christmas" basiert auf einem historischen Ereignis, das wie ein kurzer Vorschein eines vereinten Europas wirkte: Weihnachten 1914 verbrüderten sich entlang der Westfront deutsche, britische, französische und belgische Soldaten und verbrachten das Fest zusammen.
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Diesen sogenannten "kleinen Frieden im Großen Krieg" feiert der Film des französischen Regisseurs Christian Carion mit paneuropäischer Emphase. Der Tenor Nikolaus Sprink (Benno Fürmann) bekommt Besuch von seiner Frau, einer Opernsängerin (Diane Krüger); sein Vorgesetzter Horstmayer (Daniel Brühl) sorgt sich um die Disziplin seiner Leute; dessen französischer Gegenpart Audebert (Guillaume Canet) kämpft gegen seine wachsende Verzweiflung. Als Sprink Heiligabend "Stille Nacht" singt, steigen die Soldaten nach und nach aus ihren Gräben, reichen sich die Hände und erobern das Niemandsland nun zusammen wie eine Terra incognita. Mit einer Art länderübergreifendem Stolz präsentiert "Merry Christmas" die kulturelle Vielfalt Europas und projiziert den heutigen Wunsch nach der Vereinigung des Kontinents zurück in jene wenige Tage dauernde Verbrüderung. Nahezu alle anderen Filme, die je über den Ersten Weltkrieg gedreht wurden, wirken wie Abgesänge auf Europa; Carion stimmt dagegen ein Loblied an.