Stars Good Cop, bad Cop
Wichtige Leute rufen nicht zurück, sagt Gloria von Thurn und Taxis. Und sie tut es tatsächlich nicht. Das berichtet jedenfalls der Schweizer Reporter Mark van Huisseling in seinem Erfahrungsbericht "How to Be a Star". Van Huisseling hat nach circa 160 Interviews mit mehr oder weniger Prominenten einen Verhaltenskodex zusammengestellt, mit dem sich die Berühmtheitsstufe der Person erkennen lässt. Dazu gehört auch der Ton der Promotion-Leute - je rüder, desto größer der Star. Van Huisselings Erklärung: Berühmte Personen spielen gern das Spiel "Guter Polizist, böser Polizist": Die Promotion-Leute lassen den Reporter bis zu drei Stunden warten, geben ihm dann höchstens zehn Minuten Interviewzeit, schaffen es aber irgendwie, dem Reporter das Gefühl zu geben, er sei an allem selbst schuld. Der oder die berühmte Person gibt sich dann ganz entspannt und hat auf einmal alle Zeit der Welt. Wer wie Sharon Stone bei Designern geborgte Ballkleider grundsätzlich nicht zurückgibt, ist schon ziemlich weit oben in der Glamour-Skala. Allerdings nicht ganz so weit wie jene, die es sich leisten können, überhaupt nichts zu sagen: Private Gewohnheiten geben Paul Newman, Robert De Niro oder Al Pacino so gut wie nie preis.
Mark van Huisseling: "How to Be a Star". Nagel & Kimche Verlag, München; 128 Seiten; 12,50 Euro.