Kino in Kürze: "The New World" - DER SPIEGEL
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Kino in Kürze "The New World"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"The New World" dauert, gefühlt, fast so lange wie die Eroberung Amerikas. Dabei hat Regisseur Terrence Malick ("Badlands") gleich vier Cutter beschäftigt, um seine Version der berühmten Pocahontas-Story auf flotte 135 Minuten zu trimmen: Schöne Häuptlingstochter (gespielt von Q'orianka Kilcher) verguckt sich in ein englisches Bleichgesicht (Colin Farrell), das anno 1607 mit einer Crew ungewaschener Eroberer an der Küste Virginias landet. Die Engländer bauen ein Fort im Matsch, die Indianer sehen irritiert zu; bald wird man einander an die Gurgel gehen. Das Liebespaar tollt währenddessen durch den Wald, betatscht einander (aber nur im Gesicht, denn die Pocahontas-Darstellerin Kilcher war zur Drehzeit erst 14), freut sich an der prächtigen Natur und monologisiert schwer erhaben vor sich hin. Nur gesungen wird, anders als in Disneys Zeichentrickfassung (1995), leider nicht. Stattdessen dröhnen Richard Wagners "Rheingold"-Vorspiel und James Horners Fanfarenkitsch von der Tonspur, dass halb Virginia wackelt. Nix wie weg!