Kultur: Krimis - DER SPIEGEL
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Kultur Krimis

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?


Simone van der Vlugt: "Klassentreffen". Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart. Diana Verlag, München; 384 Seiten; 19,95 Euro.

Die 23-jährige Sabine hatte einen Zusammenbruch und war in psychologischer Behandlung. Langsam geht es ihr besser, da erhält sie eine Einladung zum Klassentreffen. Verdrängte Erinnerungen kommen hoch; sie betreffen Isabel, Sabines ehemalige Schulfreundin, die eines Tages spurlos verschwand. Wurde Isabel, das attraktive Miststück, ermordet? Welche Rolle spielt Sabines neuer Liebhaber? Dieser süffig erzählte Psychothriller entwickelt einen außerordentlichen Sog.


P. D. James: "Wo Licht und Schatten ist". Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Droemer Verlag, München; 464 Seiten; 19,90 Euro.
Die große alte Dame des britischen Kriminalromans hat wieder eines ihrer ausgeklügelten Meisterwerke um Commander Adam Dalgliesh ausgetüftelt. Diesmal wird auf einer abgelegenen Insel ein bekannter Schriftsteller ermordet. Fast jeder der wenigen Bewohner hat ein Motiv, und viele hatten auch noch die Gelegenheit zur Tat. Spannend und intelligent.


Sam Bourne: "Die Gerechten". Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Scherz Verlag, Frankfurt am Main; 448 Seiten; 17,90 Euro.
Man musste damit rechnen: Nach dem Welterfolg von Dan Browns "Das Sakrileg" überschwemmen nun Nachahmerprodukte den Markt. Eines der besten: "Die Gerechten". Es geht um Morde auf verschiedenen Kontinenten, jüdische Mystik und einen New Yorker Reporter, dessen Frau entführt wurde. Die Welt, man ahnte auch das schon vorher, wird wieder mal rechtzeitig gerettet. Beruhigend.


Jo Nesbø: "Das fünfte Zeichen". Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob. Claasen Verlag, Berlin; 496 Seiten; 19,95 Euro.
Kommissar Harry Hole ist am Ende - beruflich und privat. Seine Kollegin wird bei einem Einsatz getötet, er beginnt wieder zu trinken, schließlich verlässt ihn seine Freundin. Die Entlassung aus dem Staatsdienst steht unmittelbar bevor. Es rettet ihn eine Serie von ebenso bizarren wie raffinierten Frauenmorden. Hole findet wieder zu sich selbst.


Alexander McCall Smith: "Das Herz des fremden Toten". Aus dem Englischen von Thomas Stegers. Karl Blessing Verlag, München; 288 Seiten; 16,95 Euro.
Sie darf wieder mal ihre Nase in anderer Leute Angelegenheiten stecken. Isabel Dalhousie, Herausgeberin der "Zeitschrift für angewandte Ethik" in Edinburgh, soll herausfinden, wer einem entfernten Bekannten von ihr das Herz gespendet hat, das ihm nun Alpdrücken verursacht. Natürlich verrennt sie sich in der Recherche und bekommt manch kniffliges Moralproblem zu lösen. Für Freunde strikt gewaltfreier, anspruchsvoller Krimis mit viel schottischem Lokalkolorit.


Anne Chaplet: "Sauberer Abgang". Kunstmann Verlag, München; 288 Seiten; 19,90 Euro.
Seit fast 25 Jahren trifft sich Will jeden Monat mit Freunden in einer Frankfurter Kneipe. Dann ist einer von ihnen tot und bald darauf noch einer. Immer war die zwielichtige Putzfrau Dalia in der Nähe der Opfer, doch Will fragt sich, ob nicht das Jahr 1981 mit den Morden zusammenhängt - als er und seine Freunde mit schönen Mädchen rumhingen und gegen Brokdorf und den Bau der Startbahn West kämpften. Autorin Chaplet erzählt mit viel Menschenkenntnis und großem Gespür für die Abgründe hinter bürgerlichen Fassaden von verlorenen Idealen, Freundschaft und Verrat.