Freundschaften: Picasso und Lump - DER SPIEGEL
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Freundschaften Picasso und Lump

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Es soll vorkommen, dass sich Hunde ihre Herren wählen. Sein junger Dackel Lump jedenfalls, so berichtet der Fotograf David Douglas Duncan, sei bei einem Picasso-Besuch 1957 auf dessen Grundstück in der Nähe von Cannes aus dem Auto gesprungen und habe zu verstehen gegeben: Hier bleibe ich. Entzückt von Lumps Interesse für Menschen, Tiere und Skulpturen im Garten der Villa La Californie verewigte Picasso den Kurzhaardackel noch am selben Tag. Duncan reiste ohne Lump wieder ab, der folgte nun seinem neuen Herrn, immer in der Hoffnung, Picasso werde - statt zu malen - mit ihm spielen. Nun hat Duncan, der Picasso noch öfter fotografierte, die Bilder der Dreiecksbeziehung zwischen Picasso, dessen späterer Ehefrau Jacqueline und Lump als kommentierten Bildband herausgegeben. Die Fotos geben Einblicke in das Leben auf La Californie: die sich selbst überlassenen Kinder Claude und Paloma, Jacquelines unbeantwortet bleibende Zärtlichkeit gegenüber dem Maler, dazwischen Lump, von dem Picasso sagte, er sei weder Hund noch Mensch, sondern "wirklich jemand anderes".


David Douglas Duncan: "Picasso & Lump. A Dachshund's Odyssey". Benteli Verlag, Bern; 100 Seiten; 19,80 Euro.