Kindesraub "Holen Sie die mit Gewalt"
Am letzten Morgen ihres normalen Lebens holte Claudia Rajah Brötchen für das Frühstück vor dem Abschied. Kurz vor zehn Uhr nahm sie dann die Reisetasche mit den Shorts und Badehosen ihrer Söhne Amin, 10, und Sofian, 7. Es war Punkt zehn, als die drei schließlich den Vater der Jungs abholten.
Der gebürtige Tunesier Mohammed Rajah lebte von seiner Frau getrennt, aber ebenfalls in der Kleinstadt Vaterstetten bei München. Gemeinsam wuchteten sie seine beiden großen Koffer und die schwere Reisetasche ins Auto. "Das ist aber viel", dachte sich Claudia Rajah noch.
Eine Stunde später waren sie am Münchner Flughafen. Die beiden Jungs und ihr Vater sollten mit Tunis Air nach Tunesien fliegen, angeblich zum Urlaub in der alten Heimat Mohammeds. Claudia Rajah umarmte ihre Söhne. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich sie ganz doll lieb habe - was man so sagt."
Es dauerte zwölf Tage, dann kam ein Einschreibebrief, auf Arabisch. Es war die Vorladung eines Gerichts in Tunis: Ihr Mann wolle die Scheidung. Und die Kinder.
Das ist nun neun Monate her. Seither schleppt ihr Mann die Kinder quer durch die arabische Welt, und Claudia Rajah ist zumute, als lebte sie einen Alptraum. Auf dem Küchentisch ihrer Etagenwohnung hat sie ihre Ordner ausgebreitet: Beschlüsse von Gerichten in Ebersberg, München und Tunis. Einen internationalen Haftbefehl gegen ihren Mann, Korrespondenz mit Behörden im Golfstaat Katar, mit dem Verbindungsbeamten des Bundeskriminalamts (BKA) in Saudi-Arabien, Bettelbriefe ans Auswärtige Amt (AA) und ein paar Lebenszeichen ihrer Söhne.
Claudia Rajah hat blondgesträhnte Haare, wache grüne Augen und trägt rosa Jeans. Die gelernte Floristin spricht Französisch und Arabisch, sie ist eine tatkräftige Frau, die ihre Verzweiflung oft hinter einem Lächeln verbirgt. Denn seit dieser Einschreibebrief kam, spielt sich ihr Leben nicht mehr zwischen Elterninitiative und Gartencenter ab - sondern zwischen Tunis, Doha und Riad.
Sie hat mehr als 60.000 Euro ausgegeben für Flugtickets, Anwälte, Telefonkosten. Sie hat Sorgerechtsbeschlüsse und diesen Haftbefehl erwirkt, sie hat getan, was das Auswärtige Amt ihr geraten hat und noch viel mehr. Nur: Ihre vom Ehemann entführten Kinder hat das nicht zurückgebracht. Sie sagt: "Ich habe viel Papier, aber ich habe nichts erreicht."
Ihr Fall zeigt, was passieren kann, wenn sich ein scheinbar perfekt integrierter Einwanderer mit deutschem Pass nach vielen Jahren in Deutschland plötzlich dem strengen Islam zuwendet. Vor allem aber zeigt das Schicksal der Rajahs: Wenn ein Vater gemeinsame Kinder erst einmal in die muslimische Welt entführt hat, ist westliches Recht nichts mehr wert.
"Auch wenn das islamische Verständnis vom Verhältnis zwischen Mann und Frau nicht den Grundsätzen des deutschen Familienrechts entspricht, muss es respektiert werden", schreibt das Auswärtige Amt. "Rechtspositionen - mögen sie nach deutschem Empfinden auch noch so eindeutig sein - helfen oft nicht weiter." Das heißt: Vergiss es, und erwarte nicht allzu viel Hilfe. Denn ein solcher Streit, so stellt das AA
fest, sei "eine private und keine außenpolitische Angelegenheit".
Claudia Rajah sagt, sie spüre oft einen unterschwelligen Vorwurf: Sie hätte es doch wissen müssen, wenn sie so einen heiratet. Und ihr Bruder Stefan Maisack, ein Manager aus Bonn, ein sanfter Mann mit dem Glauben an die Vernunft, sagt Sätze, die nicht zu ihm passen: "Öl statt Kinder: Um die Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht zu belasten, unternimmt niemand etwas. Und die Kinder werden geopfert."
Als Maisack von dem Brief aus Tunis erfährt, setzt er sich ins Auto, kommt mitten in der Nacht nach Vaterstetten. Claudia Rajah hat Angst, die Kinder womöglich wochenlang nicht zu sehen. Ihr Bruder sagt: "Claudia, vielleicht werden es Jahre."
Trotzdem hoffen die beiden, dass Mohammed die Söhne doch zurückbringt. Sie warten am Gate mit der Polizei, als die Maschine landet, mit der die Kinder eigentlich aus den Ferien kommen sollten. Natürlich kommen sie nicht. Aber abends habe ihr Mann angerufen, sagt Claudia Rajah, er habe gewusst, dass sie mit der Polizei da waren, und er habe ihr gedroht.
Mohammed war nie gewalttätig, aber jetzt bekommt Claudia Rajah Angst. Trotzdem: Als das AA ihr rät, in Tunesien gegen ihren Mann zu prozessieren, fährt sie los. Es ist der 4. September.
Es geht erst nach Genua, dann auf die Fähre, auf der sie vor einem Jahr noch mit ihrem Mann in den Urlaub gefahren ist. Sie denkt zurück an jenen Abend im Musikclub "Cave" in Heidelberg, an dem sie diesen jungen Mann aus Tunesien traf, mit den fröhlich blitzenden Augen. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag. Und dann für jeden anderen in den vier Wochen, die Mohammed Rajah noch in Deutschland bleiben wollte. Sechs Wochen später flog Claudia nach Tunesien. Ein halbes Jahr später heirateten die beiden - trotz der Bedenken des Vaters, der lieber einen Banker zum Schwiegersohn gehabt hätte als einen Kellner aus Tunesien.
Doch Claudia war sich sicher: Das war der Mann fürs Leben. Sehr lange ging es gut. Vom Islam sprach Mohammed nicht, er liebte Abende im Biergarten. "Uns war nie langweilig", sagt sie. Sie schwammen und joggten zusammen, Mohammed bildete sich weiter zum Hotelbetriebswirt. Vier Jahre später kam Amin zur Welt, zwei Jahre danach Sofian, beides Wunschkinder. Zwölf Jahre lang, meint Claudia Rajah, war ihre Ehe glücklich: "Wieso konnte das passieren? Diese Frage stelle ich mir oft."
Ab 2003 bemerkt Claudia Rajah erste Risse in ihrem Leben. Als ihr Ältester, Fußballer beim FC Parsdorf und Fan der Drei-Fragezeichen-Krimis, beim Essen sagt:
"Ich kann die Wurst nicht essen."
"Natürlich kannst du die Wurst essen", sagt seine Mutter. "Die ist aus Geflügel."
"Siehst du, Papa hat doch recht. Du willst, dass ich in die Hölle komme, und da muss ich über glühende Kohlen gehen und verbrenne."
Claudia Rajah ist perplex und stellt ihren Mann zur Rede. Der will nun, dass die Kinder nur noch Fleisch von geschächteten Tieren essen. Ein paar Wochen später fahren sie mit Freunden nach Berlin. Sie sitzen in Prenzlauer Berg und diskutieren über den Islam. Verdattert hören Claudia und ihre Freunde Mohammeds neue Position: Religion sei das Wichtigste im Leben. Als seine Frau widerspricht, habe er gedroht, wenn sie sich so verhalte, werde sie ihre Kinder verlieren.
Er beginnt, fünfmal am Tag zu beten. Er trinkt kein Bier mehr, will nicht, dass die Familie amerikanische Musik hört. Claudia Rajah beißt die Zähne zusammen: Ihr graut davor, dass all jene, die sie vor dieser Ehe gewarnt haben, recht bekommen könnten.
Als in der Adventszeit 2004 Claudia Rajahs Mutter zu Besuch kommt, eskaliert die Situation. Mohammed weigert sich, das Haus zu betreten, weil seine Schwiegermutter abends Wein trinkt. Claudia Rajah erfährt, dass ihr Mann in einer Münchner Moschee verkehrt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und Verbindungen zur radikalen Muslimbruderschaft haben soll - auch wenn der Staatsschutz später keine Hinweise auf islamistische Umtriebe von Mohammed selbst findet.
An Samstagen, wenn sie im Geschäft Blumen bindet, wähnt sie ihre Söhne mit dem Vater daheim. Stockend rücken die irgendwann damit heraus, dass sie dann in der Koranschule seien und der Vater ihnen verboten habe, davon zu sprechen. Sofian erzählt von Stockschlägen auf die Hände.
Jetzt reicht es Claudia Rajah. Ihr Bruder Stefan versucht, in einem Gespräch von Mann zu Mann zu vermitteln: "Mohammed, was ist denn? Gibt es Probleme, die wir nicht kennen? Wer sind diese Menschen, Mohammed, die dir sagen, dass das richtig ist, was du tust?" Mohammed antwortet, so erzählt es Stefan Maisack, knapp: Die Meinung einer Frau zähle nicht. Und: Der Glaube stehe über allem.
Claudia Rajah zieht mit ihren Söhnen aus. Ihr wird mulmig, wenn sie an den Urlaub denkt, den ihr Mohammed mit den Kindern in Tunesien plant. Erst recht, als sie erfährt, dass ihr Mann, wohl wegen seiner fundamentalistischen religiösen Anwandlungen, auch seinen Job als Buchhalter einer Autovermietung verloren hat.
Das Amtsgericht Ebersberg macht dann den entscheidenden Fehler: Mohammed erscheint zum Streit um das Sorgerecht ohne den neuerdings üblichen Vollbart, sondern frisch rasiert und mit Krawatte. Er unterzeichnet eine Eidesstattliche Versicherung: "Es ist absurd, wenn mir meine Frau unterstellt, ich würde den geplanten Urlaub dazu hernehmen, meine Kinder nach Tunesien zu entführen."
Die Richterin glaubt das und macht, was in Scheidungsfällen üblich ist: Sie drängt auf das gemeinsame Sorgerecht von Mutter und Vater, wie das Protokoll ausdrücklich feststellt. Claudia Rajah stimmt schließlich zu, ihrem Mann die Pässe der beiden Söhne zu übergeben.
"Das haben die deutschen Behörden durchgesetzt", klagt sie jetzt. Aber nun, wo die Kinder weg seien, schrieben deutsche Beamte ihr, sie hätten leider "keine Möglichkeiten", die Söhne zurückzubringen.
Claudia Rajah nimmt die Sache selbst in die Hand. In Tunis angekommen, mietet sie sich eine Wohnung, findet einen angesehenen Anwalt, am 12. September ist Verhandlung. Die tunesische Richterin zwingt Mohammed Rajah, die Kinder bei Gericht vorzuführen. Claudia Rajah stürzt auf sie zu, umarmt sie, Amin kullert eine Träne aus dem Auge. Nach dem Termin nimmt der Vater die beiden Kinder an der Hand und zerrt sie weg, ohne Verabschiedung.
Beim nächsten Gerichtstermin unterschreibt sie, sie werde nach Tunesien ziehen. Sie kauft Kinderbetten und zeigt die sogar dem tunesischen Kinderschutzbeauftragen. Doch die Kinder kommen nicht.
Da nötigt der Kinderschutzbeauftragte Mohammed, die Kinder zu einem Treffen in ein Café zu bringen. Die Mutter nimmt Sofian auf den Schoß, flüstert ihm ins Ohr, wie sehr sie ihn liebe. Sie zeigt Amin die Briefe, die seine Klassenkameraden ihm geschrieben haben. Claudia Rajah hofft, dass sich alles zum Guten wendet, sie ahnt nicht, dass sie ihre Söhne zum letzten Mal sieht.
Beim Gerichtstermin vier Tage später geschieht das Wunder: In der Sache Rajah gegen Rajah entscheidet das muslimische Gericht für die Deutsche. Vollstreckt werden kann das Urteil nicht: Vater und Kinder sind da schon spurlos verschwunden.
Claudia Rajah fragt, bohrt, nervt, und dann ziehen die tunesischen Behörden mit. Die Grenzpolizei findet heraus: Ihr Mann ist noch am Tag des Urteils geflohen. Richtung Kairo, mit den Kindern.
Die Staatsanwaltschaft München erlässt internationalen Haftbefehl, gültig auch für die arabischen Länder. Theoretisch. Mit Hilfe der Behörden findet Claudia Rajah heraus, dass ihr Mann in den Golfstaat Katar weitergereist ist.
Was nun? Beginnt in Katar alles von neuem? Die Botschaft schreibt Claudia Rajah ziemlich genau das. Sie müsse hinfahren, die Sorgerechtsbeschlüsse anerkennen lassen und die Herausgabe ihrer Kinder fordern. Und der Haftbefehl, nun ja, der nütze nichts, weil Kindesentziehung durch den Vater in Katar kein Verbrechen sei.
Der zuständige Erdinger Kriminalhauptkommissar Alfred Wimmer versucht trotzdem alles, um die Kinder zu finden. Er schaltet Kollegen ein, löchert deutsche Verbindungsbeamte im Ausland. Vergebens.
In Vaterstetten schreibt der siebenjährige Alexander, der beste Freund von Sofian, derweil einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Warum haben Sie alles für Susanne Osthoff getan und nichts für meinen Freund Sofian?", fragt er.
In Hirschberg schreibt Claudia Rajahs Vater, ehemaliger Direktor an einer Landesbank, an den bayerischen Innenminister Günther Beckstein. Ihr Bruder schreibt an Ex-Kanzler Gerhard Schröder, an jeden, der irgendwie helfen könnte. Er ruft auch die Opferschutzorganisation Weißer Ring an. Die Auskunft dort ist ernüchternd: "Holen Sie die Kinder mit Gewalt", habe der Berater vor Ort gesagt, erinnert sich Stefan Maisack, "sonst sehen sie die nie wieder."
Der Weiße Ring hat Erfahrung mit solchen Fällen, 40 betreut er zurzeit. Veit Schiemann von der Bundesgeschäftsstelle wagt sich so weit vor, wie er gerade noch darf: "Wir wollen nicht Detektive mitfinanzieren, die Kinder gegen lokale Gesetze zurückholen, aber das ist eine Grauzone."
Claudia Rajah nimmt Kontakt mit einer Detektei auf. Doch was sie erfährt, macht ihr Angst. Die Detektive erzählen, wie sie die Kinder normalerweise von der Straße wegfangen, mit K.-o.-Tropfen betäuben, damit sie nicht schreien, und wie sie dann mit den Kindern im Kofferraum davonrasen.
"Und dann"?, fragt Claudia Rajah.
Der Detektiv sagt, in ihrem Fall müsse sie damit rechnen, dass der Vater die Kinder erneut zurückentführe, er sei ja offenbar zu allem entschlossen. Der Detektiv sagt: Sie brauchen einen neuen Namen, eine neue Identität, ein neues Heimatland. Claudia Rajah lehnt ab. "Wenn ich das gemacht hätte, hätte ich mich auf dieselbe Stufe begeben wie Mohammed."
Über Weihnachten bleibt Claudia Rajah in Tunesien. Sie hat Angst vor den leeren Kinderzimmern daheim in Bayern. Vor Amins Zimmer, mit der niemals benutzten Schultasche darin, die er sich für den ersten Tag am Gymnasium ausgesucht hatte, mit der Sporttasche vom FC Bayern, dessen Spiele er niemals verpasste.
Und vor Sofians Zimmer mit den Speedbooten aus Lego und der "Weltkarte für Kinder" an der Wand. In Tunesien sind Schäfer und Beduinen eingezeichnet.
Im Januar kommt ein Lebenszeichen, Briefe der Kinder. "Wir sind schon zu einer weiteren Sure im Koran gekommen", schreibt Amin. Die Mutter plant die Reise nach Katar. Aber was sie dort erfährt, ernüchtert sie. Die Anwälte sagen ihr, dass sie als Frau, als Christin, kaum Chancen habe. Sie fährt zum Polizeichef. Der sagt: "Ich verstehe Sie als Mutter. Aber als Muslim bin ich auf der Seite Ihres Mannes."
Eine deutsche Botschaftsangehörige engagiert sich, als ginge es um ihre eigenen Kinder. Aber: ohne Erfolg. Einmal, als Claudia Rajah im Café sitzt - ganz hinten in der abgetrennten Frauensektion, umgeben von schwarzverhüllten Gestalten -, möchte sie losschreien. Sie macht einen letzten Versuch und schickt ihrem Mann eine E-Mail. Sie wolle ihn abends in Doha an der Eisbahn treffen.
Sie wartet. Er kommt natürlich nicht, aber er reagiert: Noch in derselben Nacht flüchtet er aus dem Land. Sie erfährt es erst, als sie in Tunis ist, wo sie wieder vor Gericht erscheinen muss. Die Kinder sind jetzt ein halbes Jahr weg.
Die Behörden von Katar bestätigen schließlich: Mohammed Rajah und seine Kinder hätten Katar in Richtung Saudi-Arabien verlassen. Jetzt geht es nicht mehr weiter - ohne Begleitung eines Mannes darf Claudia Rajah Saudi-Arabien nicht einmal betreten. Der Verbindungsbeamte des BKA in Riad gibt sich große Mühe, Mohammed Rajah wenigstens ausfindig zu machen. Bislang vergebens.
Helfen könnte allenfalls Druck von höchster politischer Stelle. "Wir lassen Frau Rajah nicht allein", heißt es im AA. Aber weil ihre Kinder die doppelte Staatsbürgerschaft haben, "sind den Konsularbeamten bei der Hilfe Grenzen gesetzt".
Vor vier Wochen schreibt Mohammed Rajah die bislang letzte E-Mail an seine Frau. "Mein Kampf um meine Kinder geht auch nach meinem Tod weiter!" Vom SPIEGEL ebenfalls per Mail zum Fall befragt, schreibt er, "keine Äußerungen an die Öffentlichkeit geben" zu wollen. Sein Anwalt Eberhard Gloning aus München sagt, er habe seinem Mandaten geraten, nach Deutschland zurückzukehren.
Schließlich schaltet Claudia Rajahs Familie eine Anzeige in der "Frankfurter Allgemeinen". "Wir appellieren dringend an das Auswärtige Amt Berlin und die Herren Minister Dr. Frank-Walter Steinmeier, Dr. Wolfgang Schäuble und Dr. Günther Beckstein, sich endlich für zuständig zu erklären."
Und Claudia Rajah liegt morgens früh wach in ihrem Bett und lauscht in die Stille. Kein Kind, das zu ihr ins Bett springt, so wie früher. Sie überlegt, wo Amin und Sofian sein könnten. In einer Koranschule? Die Kinder sind jetzt neun Monate weg.
Der Fall Rajah sei "ganz typisch", sagt der Sprecher des Auswärtigen Amts. Nur sei Frau Rajah viel weiter gekommen als die meisten Mütter in den Dutzenden dieser ziemlich aussichtslosen Fälle, die das Amt jedes Jahr bearbeitet.