Psychologie: Chronik einer Lähmung - DER SPIEGEL
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Psychologie Chronik einer Lähmung

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es begann mit einem leichten Zittern, dann kam Schwindel dazu und schließlich das Gefühl, nicht mehr Herr der eigenen Bewegungen zu sein: "Ich kam mir vor wie ein ausgeleiertes Auto, bei dem meine Steuerungsbefehle nur sehr unpräzise ankommen." Mit derlei trockenen Worten beschreibt der Soziologe Helmut Dubiel in seinem neuen Buch, wie er Anfang der Neunziger an der Hirnkrankheit Parkinson erkrankte*. Damals war er Direktor am renommierten Frankfurter Institut für Sozialforschung. Heute verwendet Dubiel einen Hirnschrittmacher: Mit einer Fernbedienung kann er über eine Sonde im Hirn wählen, ob er sprechen oder laufen möchte. Beides zugleich ist nicht möglich. Manchmal, erzählt er, fühle er sich wie ein Fisch in einem Aquarium, dessen Glas immer dicker wird - und kommt doch zu dem überraschenden Schluss, "dass das alles weniger schlimm ist als gedacht".


* Helmut Dubiel: "Tief im Hirn". Antje Kunstmann Verlag, München; 144 Seiten; 14,90 Euro.