Kultur Donuts und andere Katastrophen
Die überdrehte Einleitung hätte sich der Autor sparen können, und da, wo das Buch eigentlich beginnt, in einem Badezimmer im New Yorker Stadtteil Brooklyn, wird es sofort unappetitlich. Rosa ist wieder betrunken und spürt ihre Eingeweide. Zum Glück wohnt ihre Tochter im selben Haus. Die wiederum, Vanessa, ist süchtig nach Donuts und ansonsten eine Produzentin von Independent-Filmen. Und dann wird es in Rick Moodys Buch "Wassersucher" unterhaltsam.
Der amerikanische Bestsellerautor lässt immer weitere Menschen auftreten, denen Probleme nicht fremd sind. Da ist diese Angestellte Vanessas mit dem Adoptivbruder, der bald von der Polizei gesucht wird, weil er angeblich eine junge Galeristin überfallen hat - außerdem hat sie (nicht als Einzige in der Firma) ein Verhältnis mit einem verheirateten, sexsüchtigen Kollegen, der sich als Produzent versuchen will, weil er sich als Schauspieler nicht mehr ernst nehmen kann. Auch außerhalb von Vanessas kleinem Imperium ist die Welt voller Herausforderungen und Tücken. Das bekommen zum Erfolg verdammte Hollywood-Manager ebenso zu spüren wie Weinkritiker, die so hässlich wie bissig, vor allem aber liebesbedürftig sind.
Warum der Titel "Wassersucher"? Weil Wasser das Thema ist, von dem plötzlich alle glauben, daraus lasse sich was ganz Großes machen, mindestens ein Mehrteiler fürs Fernsehen. Alle sind hier getrieben von der nagenden Furcht, auf der Seite der Verlierer zu landen. Helden kommen nicht vor, eher unfreiwillige, aber ganz sympathische Clowns. Moody, 44, hat das Talent, das Absurde alltäglich erscheinen zu lassen. Man könnte sein Buch eine Satire nenne. Wahrscheinlich sind die von ihm geschilderten Macken und Katastrophen aber doch ganz dicht an der Realität.
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