MUSICALS: "Wir kämpfen weiter" - DER SPIEGEL
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MUSICALS "Wir kämpfen weiter"

Stella-Chef Hemjö Klein, 58, über die Insolvenz und die Zukunft des Unternehmens
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Ist die Stella zahlungsunfähig geworden, weil die Deutschen der vielen Musicals überdrüssig sind?

Klein: Davon kann überhaupt keine Rede sein. Unsere Theater hatten im Oktober eine Rekordauslastung und haben allesamt mit Gewinn gearbeitet. Statt um 64 Millionen Mark, wie geplant, haben wir die Kosten sogar um 74 Millionen nach unten gedrückt. Vom nächsten Jahr an werden wir nach unseren neuesten Prognosen sogar wieder schwarze Zahlen schreiben.

SPIEGEL: Warum mussten Sie die Stella dann unter Zwangsverwaltung stellen?

Klein: Unsere Geldgeber und Vermieter hatten zusammen mit uns ein Sanierungsprogramm entwickelt, das die Einbindung neuer Investoren vorsah. Zur Überbrückung der Zeit sollte die HypoVereinsbank die Liquidität bis Jahresende sichern. Nun hat sie den Plan entgegen der Absprache abschlägig beschieden.

SPIEGEL: Die HypoVereinsbank behauptet, das Sanierungskonzept wäre nicht tragfähig gewesen.

Klein: Wir sehen das anders. Das Musicalunternehmen Stella hat eine Zukunft. Deshalb kämpfen wir weiter.

SPIEGEL: Wie wollen Sie das ohne finanzkräftigen Geldgeber schaffen?

Klein: Als kleines Unternehmen können wir nicht wie Holzmann auf Staatshilfe zählen. Deshalb werden wir das Management und alle Mitarbeiter an dem Unternehmen beteiligen und unsere Musicals unverändert weiterführen. Außerdem sind wir in viel versprechenden Verhandlungen mit verschiedenen Investoren, und die setzen wir konsequent fort.

SPIEGEL: Stimmt es, dass Sie einige Theater, vor allem in Stuttgart, schließen müssen?

Klein: Ich weiß, einige unserer Konkurrenten würden das bestimmt gerne sehen. Aber wir werden denen diesen Gefallen nicht tun. Am 31. März ist in Stuttgart Premiere für den "Tanz der Vampire". Die Vorbereitungen laufen weiter auf Hochtouren.