Unterhaltung: "Ich lasse mich nicht einlullen" - DER SPIEGEL
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Unterhaltung "Ich lasse mich nicht einlullen"

Gastro-Kritiker Heinz Horrmann, 65, über seine neue Sendung "Der Hotelinspektor", die demnächst bei RTL laufen wird
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Bei Vox gaben Sie jüngst den Gourmetkritiker. Für RTL arbeiten Sie gerade an einem neuen Format, in dem Sie Hotels testen. Versuchen Sie nun etwa, mit versteckten Kameras und UV-Licht verdreckte Klodeckel aufzuspüren?

Horrmann: Das ist völlig überholt. Ich checke die Matratzen nicht mehr auf Milben, und ich schaue auch nicht hinter den Spiegel, ob da Staub zu sehen ist. Ein ordentlicher Test ist es erst dann, wenn man bei einem offenen Dreh feststellt, wo die Schwächen in einem sonst angenehmen Hotel sind. Ich melde mich an und fahre ganz offiziell vor.

SPIEGEL: Ist das nicht so, als würde sich der Dopingtester ein paar Wochen im Voraus ankündigen?

Horrmann: Ich habe mehr als tausend Hotels in meinem Leben überprüft. Ich bekomme mit, was schiefläuft. Wird der Gast wie eine Nummer behandelt, oder gibt es sogar nur einen Check-in-Automaten? Wenn man seinen Frühstücksteller wie beim olympischen Diskuswerfen hingefeuert bekommt, ist das erschütternd. Es gibt Hotels, wo man früh morgens aus dem Automaten Schwarzbrot in Plastikfolie mit Quetschwurst bekommt - ekelhaft!

SPIEGEL: Aber eine Übernachtung in diesen Hotels kostet erheblich weniger als in 5-Sterne-Häusern.

Horrmann: Es gibt Hotels, die kosten 55 Euro und sind super. Wir testen zunächst private Hotels der mittleren Preisklasse und keine Luxushotels. Der Test ist eine Art Strategieberatung für das Hotel.

SPIEGEL: Das klingt eher nach einer Dauerwerbesendung.

Horrmann: Ich bin ja kein einfühlsamer Moderator, sondern Experte in Sachen Hotel. Ich lasse mich nicht einlullen.

SPIEGEL: Ihr letztes Hotelerlebnis?

Horrmann: In einem Hotel bei Kehl gab es kein Telefon im Zimmer, dafür einen Zettel: Wenn man ein Telefon bräuchte, könne man es für 50 Euro Leihgebühr an der Rezeption abholen. Unverschämt.