MDR Kritik an den Chefs
Die Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) haben
ihrer Führung und dem Intendanten Udo Reiter ein miserables
Zeugnis ausgestellt. Die Hörfunk- und Fernsehmacher aus
Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kritisieren mangelnde
Transparenz, Bürokratie und umfassende Defizite im
Management. Bei einer Befragung durch die
Unternehmensberatung Roland Berger, an der allerdings nur
jeder Fünfte der rund 2000 MDR-Mitarbeiter teilnahm, äußern
39 Prozent "eine mehr oder minder ausgeprägte
Unzufriedenheit" mit ihrer Arbeit beim Sender. Das ergibt
die über 50 Seiten starke, bisher unbekannte Auswertung
durch Berger vom 14. Januar 2000, die dem SPIEGEL vorliegt.
Gerade leistungsbereite Mitarbeiter seien demnach in einem
"Zustand der inneren Kündigung", die Consultants empfehlen
"schnelle Veränderungen". Der "aktuelle Erfolg des MDR"
dürfe nicht dazu führen, "dass Gefahren im Sinne der
Erfolgsminderung übersehen werden". Besonders bitter für
die Führungskader: Ihr Lieblingsprojekt, die Ausgliederung
ganzer Abteilungen der öffentlich-rechtlichen Anstalt,
stößt beim MDR-Personal auf klare Ablehnung. Nur 14 Prozent
sind von diesem Outsourcing
überzeugt.