SCIENTOLOGY Horrortrip nach Florida
Fluchtartig musste Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology in der Hamburger Innenbehörde, die USA verlassen. Einen einwöchigen Urlaub hatte Caberta in Florida verbringen wollen, dabei auch die Scientology-Gegner Stacy Brooks und Bob Minton getroffen und an einer Pressekonferenz zu den Praktiken des Psychokonzerns teilgenommen. Doch dann verließ sie einen Tag früher als geplant überstürzt das Land. Die Reise in den "Sunshine State" hatte sich als Horrortrip erwiesen: Bereits am Flughafen in Tampa war Caberta von 50 Scientologen mit "Nazi go home"-Rufen empfangen, später auf Schritt und Tritt verfolgt worden. Dann verklagte der deutsche Software-Unternehmer Hubert Heller, der in den USA lebt, Caberta auf 75 000 Dollar Schadensersatz. Angeblich sei ihm ein Großauftrag der deutschen Firma POS Partner GmbH durch die Lappen gegangen, nachdem ihm von dem Unternehmen der so genannte Sektenfilter vorgelegt worden war eine "Schutzerklärung" (Caberta), in der der Unterzeichner beteuert, nicht nach der "Technologie" des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard zu handeln.
Zur Abreise drängte der deutsche Generalkonsul in Florida:
Caberta war zuvor die Ladung zu einer Vernehmung durch
Scientology-Anwälte unter der Hotelzimmertür durchgeschoben
worden. Daraufhin musste sie sich einem fünfstündigen
Verhör in der Zentrale des Konzerns in Clearwater
aussetzen. Es ging um den Fall der unter ungeklärten
Umständen in den USA ums Leben gekommenen Lisa McPherson,
zu dem Caberta aber nach eigenen Angaben keine Aussage
machen konnte. "Bevor Schlimmeres passiert", habe sie dann
heimlich das Land verlassen. Den Glauben an den
amerikanischen Rechtsstaat hat Caberta verloren. So was
habe sie noch nicht erlebt. "Das kennt man sonst nur aus
Diktaturen."