Klaus Brinkbäumer: Was man diese Woche lesen muss - DER SPIEGEL
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Im neuen SPIEGEL Mahlzeit: unser globalisiertes Essen; unterwegs im neuen Burma; Botho Strauß über das Internetzeitalter; ein junger Deutscher verändert einen Slum in Südafrika

Brinkbäumer
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Foto: DER SPIEGEL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebe Leserin,
lieber Leser,

wochenlang versuchten die SPIEGEL-Redakteure Susanne Amann, Michael Fröhlingsdorf und Udo Ludwig, mit verschiedenen Lebensmittelunternehmen ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, wie unser Essen heute hergestellt wird. Aber niemand war zu einem Gespräch bereit. Lange Telefonate waren nötig, vertrauensbildende Vorgespräche, schließlich öffneten drei Unternehmen für die Titelgeschichte dieses Hefts ihre Fabrik: Unilever, Danone und Dr. Oetker. Der Rest der Branche schweigt weiterhin, das Misstrauen gegen die Medien sitzt zu tief, die Industrie fühlt sich zu Unrecht verunglimpft. "Zwischen der Vorstellung der Verbraucher und der Realität der Lebensmittelherstellung herrscht eine riesige Kluft", sagt die Kollegin Amann. Das werde sich erst ändern, wenn die Industrie lerne, mit Kritik umzugehen. Kulinarisch war die Recherche trotzdem ein Genuss, allein im Langnese-Werk in Heppenheim konnte Susanne Amann 13 Sorten Eis probieren.

Noch vor einem Jahr war die Zensurbehörde in Rangun eine der wichtigsten Machtzentralen des Landes, hier mussten die Chefredakteure die Entwürfe ihrer Artikel einreichen, hier wurde die Wirklichkeit täglich neu beschnitten. Jetzt müssen die ehemaligen Zensoren die Feinheiten des burmesischen Urheberrechts lernen, im Auftrag des Informationsministeriums. Sehr viel hat sich in Burma in sehr kurzer Zeit geändert. Meine Kollegin Sandra Schulz hat die alten und neuen Orte der Macht besucht, sie wollte wissen, wie viel Freiheit in Burma heute möglich ist. Schulz sprach mit ehemaligen politischen Häftlingen und Journalisten, traf den stellvertretenden Informationsminister Ye Htut und frühere Militärs, die sich nun als Reformer und Sympathieträger präsentieren. Ein Mann hat Schulz besonders fasziniert: Tint Swe, der alte Chefzensor von Burma; heute ist er Fernsehdirektor. Ein Mann, der immer gewinnt - und damit typisch ist für viele der alten Eliten, die in Burma noch immer das Sagen haben.

Gut 20 Jahre nach dem "Anschwellenden Bocksgesang" veröffentlicht der Schriftsteller Botho Strauß wieder einen großen Essay im SPIEGEL, und wieder scheint er ein Kommentar zum aktuellen Zeitgeschehen zu sein, sein Titel:"Der Plurimi-Faktor". Der Text beschäftigt sich auch mit der Frage nach dem Verbleib von Diskretion und Heimlichkeit in Zeiten der Online-Selbstentblößung. "Es ist ein Thema, das Strauß schon länger beschäftigt", sagt unser Literaturkritiker Volker Hage, der den medienscheuen Strauß seit mehr als 30 Jahren kennt, "und wieder hat Strauß einen wachen Blick für mögliche Entwicklungen. Das macht seine Beobachtungen so überraschend und anregend."

Mit der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2010 an Südafrika verband die Fifa große Versprechen. Die WM werde den Kampf gegen Armut, Analphabetismus und Krankheiten ankurbeln, hieß es damals. Heute, drei Jahre später, ist die Bilanz bescheiden. Manche soziale Projekte des Verbandes sind noch nicht einmal angelaufen. Wie man Armut und Gewalt effektiver bekämpft, kann die Fifa von einem jungen Deutschen lernen, der als Zivildienstleistender nach Kapstadt kam und in der Nähe ein Fußballcamp aufbaute, das den Alltag Tausender Kinder verändert hat. Meine Kollegin Antje Windmann besuchte Florian Zech in Südafrika und war von seinem Erfolg beeindruckt: "Ihm gelingt, was die Fifa nicht schafft - weil er verstanden hat, was diese Kinder wirklich brauchen."

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Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Klaus Brinkbäumer