Finanzprodukte / Geld für Gebühren Investitionsobjekt Student
Am 9. November verhandelt das Bundesverfassungsgericht über eine Klage von sechs CDU-regierten Bundesländern, das bundesweite Verbot von allgemeinen Studiengebühren aufzuheben - mit ungewissem Ausgang. Doch schon jetzt stehen Finanzinstitute in den Startlöchern, um den dann steigenden Geldbedarf der Studenten zu decken - gegen entsprechende Kreditzinsen. Ein neues Angebot hat die Deutsche Kreditbank mit ihrem »Studenten-Bildungsfonds« aufgelegt: Studenten aus den neuen Bundesländern mit abgeschlossenem Grundstudium können sich pro Monat bis zu 500 Euro leihen und die Summe nach Studienende abstottern, zuzüglich fünf Prozent Zinsen im Jahr. Ein anderes Modell bietet die Münchner CareerConcept AG seit Mai auch für ausgewählte Studenten der TU München an. Hier zahlen die studentischen Schuldner nach Abschluss einen prozentualen Anteil ihres Einkommens zurück. Die Anbieter hegen noch weiter gehende Träume. Dem Bildungssparen komme künftig eine ähnlich große Bedeutung zu wie der privaten Altersvorsorge, glaubt etwa die Knowledge One Fonds AG mit Sitz in Hamburg. Bildungsökonomen halten solche Pläne aber für unrealistisch: Kaum jemand werde etwa in die Karriere eines Ethnologen oder Filmwissenschaftlers investieren.