»Längst demaskiert« - DER SPIEGEL
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TV-SHOWS »Längst demaskiert«

Fernsehmoderator Dirk Bach, 43, über die zweite Staffel der RTL-Dschungelshow »Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!«
• aus DER SPIEGEL 44/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Seit dem Wochenende haben sich wieder zehn »Stars« von Dolly Buster bis Carsten Spengemann von RTL in ein australisches Dschungelcamp sperren lassen. Wer hat das größte Unterhaltungspotenzial?

Bach: Ach, die sind doch alle lustig. Ich habe mir diese Truppe angeschaut und gedacht: Die werden sich noch wundern, und das wird für uns sicher sehr spaßig.

SPIEGEL: Indem Sie die Kandidaten noch mehr verhöhnen? Schließlich wissen die doch nun genau, was auf sie zukommt.

Bach: Verhöhnung würde ich unsere feine Art der Ironie nicht nennen. Gut, vielleicht ein bisschen Schadenfreude - und auch ein paar Gehässigkeiten. Aber da machen wir uns keine Sorgen, weil wir bei dieser Runde sicher sein können, dass es nie den Falschen trifft.

SPIEGEL: Die erste Staffel hat TV-Untoten zu einer Karrierewiederbelebung verholfen. Ist die zweite Staffel damit nicht bloße Qualifizierungsmaßnahme für arbeitslose C-Prominente?

Bach: Klar ist das deren Motivation. Aber das ist doch auch legitim, vor allem so lange wir uns darüber amüsieren können, wie die sich abstrampeln.

SPIEGEL: Wäre es nicht unterhaltsamer, Prominente aus der ersten Reihe zu nehmen, etwa Boris Becker und Dieter Bohlen bei der Dschungelprüfung?

Bach: Nö, das ist doch öde. Die haben sich doch schon längst selbst in aller Öffentlichkeit demaskiert, da brauchen wir ja nicht mehr draufzuhauen.

SPIEGEL: Hohn lässt sich aber auch viel einfacher über Leute ausgießen, die nichts mehr zu verlieren haben, oder?

Bach: Sie meinen, ich würde mich nicht an echte Prominente rantrauen? Also zu Bum-Bum-Boris in der Besenkammer würde mir eine Menge einfallen.

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