Totes Huhn am Kruzifix - DER SPIEGEL
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Sekten Totes Huhn am Kruzifix

Sie graben Leichen auf Friedhöfen aus, vergewaltigen Mädchen bei Ritualen und terrorisieren Kirchengemeinden: Jugend-Satanisten praktizieren immer hemmungsloser ihren finsteren Kult. Vor allem in der Gruftiszene ködern obskure Orden ihren Nachwuchs, weil sie, so eine Sektenexpertin, »stets neue Sklaven für perverse Ideen suchen«.
• aus DER SPIEGEL 18/1996
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Wenn sich Pfarrer Hans-Heinz Riepe aus dem nordrhein-westfälischen Schwerte auf den Weg zu seiner Kirche macht, muß er für einen Schock gewappnet sein. Eines Morgens etwa vermißte der Katholik seine Stola, die üblicherweise im Beichtstuhl hängt.

Hilfsbereit machte sich Riepes Gemeindediener auf die Suche - und kam wenig später mit bleichem Gesicht zurück. Unbekannte hatten mit der Stola ein blutverschmiertes totes Huhn an das Holzkreuz vor der Hauptkirche St. Marien gebunden.

Wäre das gekreuzigte Huhn noch als makabrer Jungenstreich durchgegangen, so verlor Riepe wenig später jedes Verständnis: Mit gestohlenen Altarkerzen zündeten unbekannte Kirchenhasser des Nachts den Beichtstuhl an. 50 Feuerwehrleute verhinderten, daß die Kirche ganz niederbrannte. Eine halbe Million Mark hat es gekostet, den Schaden zu beheben.

So geht das in Schwerte nun schon seit rund drei Jahren. Mal wird das komplette Taufgerät gestohlen, mal die Seitenkapelle verwüstet. Mal kommen Drohanrufe ("Christenschwein, wir bringen dich um"), mal sind es Briefe: »Glaube mir Priester, ich bin noch lange nicht fertig mit euch.«

Nur einmal bekam Riepe, 62, seine Feinde auch zu sehen: bei der Sonntagsmesse am Tag nach Mariä Verkündigung im März letzten Jahres. Der Pfarrer _(* Satanssymbole Zirkel und Pentagramm. )

hatte schon begonnen, da erschienen in der Kirche ein knappes Dutzend Jugendlicher, die Riepe nicht kannte. Sie waren allesamt von oben bis unten schwarz gekleidet, lümmelten sich in die ersten Reihen, pöbelten Gläubige an und schwadronierten lauthals über Gott und Satan.

Erst als Riepe von der Kanzel herab mit dem Rausschmiß drohte, trollte sich der Haufen. Ein Meßdiener fand später sein Moped demoliert neben der Sakristei auf, beschmiert mit Satanssymbolen wie Pentagrammen und dem Satz: »Das nächste Mal bist du des Todes«.

Der Auftritt in Schwerte sei »für die Gruppe eine gute Erfahrung« gewesen, brüstet sich der 18jährige Jan aus dem benachbarten Menden. »Die Haltung, die uns das verdammte Christentum lehren will«, so begründet er seinen Haß auf die Kirche, »ist doch bloß eine Form der Schwäche.«

Wie Pfarrer Riepe geht es Gottesleuten, Friedhofswärtern und Gläubigen derzeit in vielen Orten - vor allem im Ruhrgebiet. Jugendliche Satanisten machen sich breit, auf der Suche nach dem ultimativen Kick vergewaltigen sie Mädchen bei schwarzen Messen, buddeln Leichen auf Friedhöfen aus und versuchen, mit sadomasochistischen Spielchen ihr eigenes Schmerzempfinden abzutöten.

Schulungszentren gestandener Satanisten weihen den jugendlichen Nachwuchs ein in die Raffinessen der schwarzen Magie, Spezialgeschäfte versorgen Fans mit einschlägiger Literatur, CDs und Requisiten für obskure Rituale.

Vor einer »anhaltend intensiven Beschäftigung Jugendlicher mit destruktiven Kulten« warnt Heike Heinz vom Sektenberatungszentrum in Bochum. Auch bei den Kollegen in Essen oder Witten zeige »sich wachsender Beratungsbedarf zum Satanismus«.

Wie viele Anhänger schwarzer Gruppen es in Deutschland gibt, vermag niemand seriös zu schätzen. Die meisten steigen, vergleichsweise harmlos, als Gruftis ein - die haben einen Hang zu schwarzen Kleidern, bleichgeschminkten Gesichtern und rüder Musik, sind aber meist nicht in festen Gruppen organisiert.

In straffe Hierarchien gegliedert und nach außen abgeschottet sind hingegen die Gruppen jugendlicher Satanisten. Die feiern, oft gewalttätig, schwarze Messen und terrorisieren Christen.

Die Übergänge von Gruftis zu Satanisten sind fließend. Unter den Jugendlichen, die Heide-Marie Cammans und ihre sechs Mitarbeiter vom Sekteninfo Essen betreuen, seien viele »mit regelrechten Okkultkarrieren«, sagt sie.

Ihre Kollegin Irmgard Arntz weiß aus Klientengesprächen, daß es zudem beste Verbindungen zwischen Jugend-Satanisten und alteingesessenen Satansorden gibt: »Da wird sehr vorsichtig agiert. Bei Gruppen, deren Kern ältere Leute sind, werden aber stets neue Sklaven für deren perverse Ideen gesucht.«

Allzu schwer haben es die konspirativ arbeitenden Alt-Satanisten bei ihren Avancen nicht: »Mancher, der vor Jahren als Grufti einstieg«, so Cammans, »braucht heute Härteres.« *___In Berlin etwa machten Polizisten im Dezember 1995 ____eine grausige Entdeckung. Unbekannte hatten auf dem ____Charlottenburger Friedhof den Sarg eines frisch ____beerdigten siebenjährigen Jungen ausgegraben, der bei ____einem Verkehrsunfall gestorben war. Sie schlugen ein ____Loch in den Sargdeckel, zerrten die Leiche heraus und ____bahrten sie in einem Mausoleum auf. *___In Dortmund verwüsteten Satanisten Ende vergangenen ____Jahres das Doppelgrab von Zwillingsmädchen, die kurz ____nach der Geburt gestorben waren. Sie sprayten unter ____anderem Pentagramme und die Zahl »666« auf den ____Grabstein, die in der Szene als Symbol des Teufels ____gilt. *___In Stuttgart verurteilte das Amtsgericht im Oktober ____fünf Jugend-Satanisten zu Freiheitsstrafen auf ____Bewährung zwischen 7 und 19 Monaten. Auf mehreren ____Friedhöfen hatten sie Gräber durchwühlt und Steine ____umgeworfen. Im Zimmer eines 15jährigen Delinquenten ____fanden Polizisten Totenschädel aus Plastik, dazu ____Kult-Utensilien und massenhaft CDs mit Death-Metal, ____jener extrem harten Rockmusik mit blutrünstigen Texten, ____die Satanisten ____in einschlägigen Diskos mit Vorliebe hören. *___Im brandenburgischen Finsterwalde sprayten ____Unbekannte im Januar Satanszeichen auf Kanzel und Wände ____der Kirche St. Katharinen, sie ramponierten Bilder von ____Kreuzigung und Abendmahl und stellten das Kreuz auf den ____Kopf. Sachschaden: rund 20 000 Mark.

Besonders gut gedeiht die schwarze Szene derzeit im Ruhrgebiet samt angrenzenden Kleinstädten. Inzwischen existieren dort mehr Diskotheken, Plattenläden und Klubs mit vorzugsweise dunkler Musik als anderswo. In den Zentren von Essen, Bochum oder Dortmund florieren Geschäfte mit morbiden Accessoires. Esoterische Buchläden bieten meterweise satanistische Untergrundliteratur. Stillgelegte Eisenbahnstrecken und verfallende Industriebauten bieten genügend verschwiegene Plätze für geheime Rituale.

In der Regel Freitagnacht treffen sich die schwarzen Seelen etwa im Bochumer »Zwischenfall« und im Dortmunder »Spirit« - eine »tolerante Disko, für alle offen«, wie der Betreiber versichert. Ein paar Schritte weiter verkauft der Laden »Near Dark« alles, was das Satanistenherz begehrt: spezielle Kultmesser, Opferschalen aus Totenköpfen, schwarze Roben mit aufgestickten Teufelssymbolen in allen Konfektionsgrößen oder, als Alternative, originalgetreue Meßdiener-Gewänder.

Im Keller des Geschäfts lockt zwischen Grufti- und Satanistenkleidung ein Sarg nebst imitiertem Torso mit heraushängendem Gedärm. Zwei Klafter tief unter der Dortmunder Fußgängerzone wartet hier hinter schwarzen Vorhängen obendrein ein gynäkologischer Stuhl auf Kunden. Unter einem an der Wand hängenden Kruzifix können einschlägig Interessierte darin Platz nehmen und sich jedweden Intimschmuck durch Brustwarzen oder Vagina ziehen lassen - bis hin zum neuerdings gefragten »rituellen und experimentellen Piercing«. Eine 19jährige Kundin: »Wenig Schmerz zu empfinden ist im Kult ein Beweis, weit zu sein.«

Im Dortmunder »Pentagramm«-Laden versorgen sich Oberschüler wie der 19jährige Patrick oder der 17jährige Marco und seine Freunde aus dem Norden der Stadt mit detaillierten Anweisungen »für schwarze magische Sachen« - geschrieben von Kultfiguren wie dem englischen Obersatanisten Aleister Crowley.

Der niedersächsische Phänomen Verlag druckt in seiner Broschüre »Magick« die widerlichen Elaborate, die der 1947 verstorbene Altmeister zum Thema »Blutopfer und blutsverwandte Angelegenheiten« verfaßte: »Das Tier sollte innerhalb des Kreises oder des Dreiecks getötet werden, so daß seine Energie nicht entfleuchen kann.« Die Praxis, Herz und Leber auszureißen »und sie noch warm zu verzehren«, sei deshalb vernünftig, weil jedes lebendige Wesen »eine Vorratskammer von Energie« sei, je nach Größe und Charakter des Tieres. Für »die höchste spirituelle Arbeit«, so der mörderische Ratschlag des toten Gurus, »muß man dementsprechend das Opfer wählen, das die größte und reinste Kraft in sich birgt. Ein männliches Kind von vollkommener Unschuld und hoher Intelligenz ist das befriedigendste und geeignetste Opfer«.

An anderer Stelle folgen drehbuchartige Vorlagen für schwarze Messen und exakte Vorgaben für rituelle Zeremonien zwischen Priester und Priesterin mit heftig pornographischem Charakter. Listig formulierte Crowley: »Aber es gibt keinen Aufruf zu all diesen Schrecken. Es ist nicht notwendig, das Mädchen niederzuschlagen, wenn sie sich weigert, zu tun, was man will, und sie wird immer einwilligen, wenn man ein paar nette Dinge zu ihr sagt.«

Der Dortmunder Oberschüler Marco benutzt derartige Werke, um die Rituale seiner Truppe vorzubereiten, die sich an wechselnden Plätzen am Rande der Stadt trifft. Neben der Mixtur aus Selbstverwirklichung ("Tu was du willst"), ungehemmter Sexualität und Mystik fasziniert es ihn, »Macht über andere Menschen zu bekommen«. Er bete den Teufel nicht an, sagt er, nutze aber dessen Kraft für sich.

Crowley-Schriften in deutscher Übersetzung von Michael D. Eschner verbreitet vor allem der Kersken-Canbaz-Verlag im niedersächsischen Bergen/ Dumme. Legendenumwoben sind schwarze Workshops in den achtziger Jahren mit allerhand Gewalt und ausgefeiltem Ekeltraining in Eschners »Abtei Thelema«.

Derzeit ist Eschners Missionsdrang etwas behindert: Der Crowley-Nachfolger sitzt wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung eine sechsjährige Haftstrafe ab.

Das »Netzwerk Thelema« mit mehreren Zentren in Lüchow-Dannenberg - neben Bergen/Dumme existieren Gruppen im benachbarten Schnega, in Clenze und Salzwedel - gilt in der Satanistenszene auch ohne Eschner als Top-Adresse. Im Ruhrgebiet wirbt der Phänomen Verlag mit einer Postfachadresse in Schnega immer wieder beispielsweise für eine »Fortlaufende Ausbildung in Magick mit Übergang in eine Arbeitsgruppe«.

In Dortmund buhlt auch die aus Amerika stammende »Church of Satan« des Gurus Anton La Vey mit Kleinanzeigen um Jugendliche. La Vey ist neben Crowley eine weitere Zentralfigur des modernen Satanismus. Der Kalifornier, der in Roman Polanskis Film »Rosemaries Baby« als Teufelsdarsteller die Hauptfigur Mia Farrow schwängerte, schrieb die »Satanic Bible« - ein wahrer Renner in esoterischen und okkulten Buchhandlungen.

Belesene Jugend-Satanisten belächeln die zahlreichen Gruftis, »die kaum übers Pendeln hinausgekommen sind«, wie Satanist Marco spottet. Was einige da auf den Friedhöfen trieben, seien doch nur Kindereien. Dabei graben Extremgruftis immerhin auch nach Leichenknochen, die sie sich beim Diskobesuch um den Hals hängen. Der unübersichtliche Zentralfriedhof in Dortmund ist ein beliebter Grufti-Ort, der Eppendorfer Friedhof in Wattenscheid ebenso. »Anwohner und Lokalzeitungen bezeichnen diese Buddler-Typen zu Unrecht als Satanisten«, klagt Marco.

Wissenschaftler wie Werner Helsper analysieren die Gruftis als eine melancholische »Gemeinschaft der Einsamen«. Für den Frankfurter Sektenexperten handelt es sich um »Gegenbewegungen gegen den Rationalisierungsprozeß in der Gesellschaft«, um eine »jugendliche Trauerkultur«, die um Individualität, Autonomie und Toleranz ringe. Eine Grufti-Gruppe sei ein »Zusammenschluß einsamer Kinder, die düstere Lebensgefühle und Todesgedanken« artikulieren.

Das tun sie bevorzugt auch in Kleinanzeigen, etwa im Lübecker Musikmagazin Zillo. Dort geben die Angehörigen der schwarzen Szene in der Rubrik »Bekanntschaften« ihre Gemütslage preis. Doch zwischen jugendlichen Verzweiflungsschreien über die »kalte Gesellschaft«, die »innere Leere« und die »Sehnsucht nach intensiven Gesprächen« ("Dies ist der letzte Versuch, bevor ich die Segel streiche") mischen sich auch Kontaktanzeigen mit satanistischen Tönen.

Im Novemberheft vergangenen Jahres forderte ein 20jähriger Mann Mädchen dazu auf, in seine »mystische, dunkle, bizarre Welt« mit »Magie und Ritualen« zu kommen, mit »dunklen Nächten im Wald und vielen sonderbaren Dingen«. Zur besseren Standortbestimmung ließ er auch gleich »Grüße des Glaubens an Jarl Flagg Nidhögg, Dark Mark Doom, Chuck und Hellsturm« drucken. Die ersten drei sind die Szenenamen von jugendlichen Satanisten aus Sondershausen in Thüringen, die vor drei Jahren einen Mitschüler töteten, weil der sich über ihren Kult lustig gemacht hatte. Und »Hellsturm« ist der Herausgeber des faschistisch-satanistischen Fanzines Infernus (SPIEGEL 41/1994).

Satanistischer Höhepunkt der letzten Monate war das »Diabolus Cantus«-Festival Anfang Dezember in Karlsruhe. 800 Fans kamen, Grufti-Bands spielten bis tief in die Nacht, im Foyer bot sich den Besuchern - neben massiv angebotenem Satansschmuck - eine günstige Gelegenheit, sich mit neuen CDs einzudecken.

Bei solchen Festivals versuchen organisierte Gruppen, Nachwuchs zu ködern. Der Ex-Satanist Thomas, 24, hat jahrelang im Ruhrgebiet und im Sauerland Jugendliche für seinen schwarzmagischen Orden geworben, auch in der Bochumer Diskothek »Zwischenfall«. Heute ist er in therapeutischer Behandlung und versucht, potentielle Kandidaten der schwarzen Szene zu warnen, etwa durch TV-Auftritte im ZDF-Jugendmagazin »Pur«. »Man versucht, die jugendlichen Einsteiger komplett aus ihrem Umfeld herauszuziehen«, sagt der Aussteiger, »alles soll zerstört werden« (siehe Interview Seite 149).

Nicht erst in echten, bundesweit operierenden Satansorden wie »O.T.O.«, »Tempel von Set« oder »Fraternitas Saturni« müssen Novizen vor der Aufnahme oft ein Schmerz- und Ekeltraining absolvieren. »Dies geschieht heute auch in den uns bekannten jugendsatanistischen Zirkeln«, berichtet Heide-Marie Cammans. Üblich sei es, menschlichen Kot oder rohe Innereien von Opfertieren zu essen und ein Gemisch aus Urin und Tierblut zu trinken.

Eltern bekommen vom ungewöhnlichen Treiben ihrer Sprößlinge meist wenig mit. Die Nachwuchs-Satanisten pflegen von Anfang an eine Atmosphäre der Konspiration: Crowleys Bücher werden versteckt, Ritualplätze geheimgehalten, Neulinge und Mitwisser zum Schweigen verurteilt, Aussteiger bedroht. So werden Angst und Einschüchterung rasch zum Grundgefühl der Clique. Die Beratungsstellen im Ruhrgebiet registrieren dann die Folgen: *___Die Schülerin Manuela, 15, seit ihrem 13. ____Lebensjahr in einer satanistischen Gruppe, wendete sich ____an die Essener Helfer, weil satanistische Freunde ihr ____eine »Maulsperre« verpaßt hatten. Sie hatten ihren Mund ____mit einem Holzgerät geweitet und die Zunge eingespannt. ____Beim Beratungsgespräch hatte Manuela noch, äußerst ____schmerzhaft, Holzsplitter in der Zunge. *___Eine 16jährige aus Recklinghausen erbat Hilfe, ____nachdem sie bei Kulthandlungen ____einer Gruppe Jugendlicher in den Ruinen von »Haus ____Wolfskuhl«, einem ehemaligen Gutshof in einer ____abgelegenen Gegend am Rheinufer bei Duisburg, ____vergewaltigt worden war. *___In Krefeld wurden zwei Mädchen in einer für den ____Kult hergerichteten Privatwohnung mißbraucht. Die Täter ____trugen Kutten und zwangen die Mädchen, vor der ____Vergewaltigung Tierblut zu trinken. Sie hatten die ____beiden bei einem ersten harmlosen Treffen in einer ____Friedhofskapelle neugierig gemacht.

Heike Heinz vom Sekteninfo Bochum sagt, daß »die Betroffenen von destruktiven Kulten häufig ihr persönliches Umfeld und auch Ärzte über die Ursachen der Verletzungen zu täuschen versuchen«. Manchmal treibe erst Todesangst die Opfer zur Beratung.

Manche Eltern, die sich für tolerant halten, lassen ihre Kinder aber auch unbesehen gewähren. Immer wieder irren Väter oder Mütter durch den Dortmunder »Near Dark«-Laden und suchen zwischen Drogenpfeifchen und satanistischen Kultobjekten nach einem passenden Geschenk.

Wozu Eltern im Extremfall fähig sind, erfuhr Heide-Marie Cammans vom Essener Sekteninfo bei einem Vortrag in Dorsten. Während sie über Okkultismus und Satanismus referierte, erhob sich ein ortsansässiger Bestattungsunternehmer. Der Mann erzählte aufgebracht, ein Ehepaar habe ihn mit einer ungewöhnlichen Bitte besucht. Die beiden wollten einen Sarg kaufen. Wozu, habe er gefragt. Da habe das Pärchen erst rumgedruckst, schließlich habe sich aber herausgestellt, der Sarg sei als Geschenk für den Sohn gedacht.

»Ja wo leben wir denn«, empörte sich der Bestatter, er jedenfalls mache da nicht mit. Seine Devise laute weiterhin: »Wo keine Leiche, da kein Sarg.«

Zu trinken gibt es Tierblut, gemischt mit Urin

* Satanssymbole Zirkel und Pentagramm.

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