SEKTEN »Hypnotisiert wie Hasen«
Aida, die selbsternannte Göttin des Universums, die alle Menschen mit den Strömen ihrer »Liebesenergie« beglücken möchte, läßt sich von höchst irdischen und wenig liebenswürdigen Wesen schützen. Sobald sich fremde Besucher ihrem abgelegenen Landsitz unweit des Bergdorfes Arafo nähern, werden bissige Hunde losgehetzt.
Die Tiere verteidigen nicht nur das Terrain der Finca auf Teneriffa. Ein Einheimischer, der kürzlich das zum Verkauf stehende Nachbargrundstück besichtigen wollte, wurde schon nach ein paar Schritten von den Hunden angefallen und gebissen. Der Mann setzte sich mit einem Knüppel zur Wehr, flüchtete fluchend in sein Auto.
Göttin Aida, die eigentlich Heide Fittkau-Garthe heißt und promovierte Psychologin ist, wähnt sich von Feinden umstellt. Mit ein paar Getreuen aus ihrer Sekte und umgeben von Palmen und Zitronenbäumen, hat sie sich auf der Kanaren-Insel verschanzt. Aus Angst vor Schüssen aus dem Hinterhalt bleiben die Fenster der Finca stets verschlossen, die Besucher verlassen das Grundstück meist erst, wenn es dunkel wird.
Im Stadthaus der Sekte in Santa Cruz stehen die meisten der aufwendig sanierten Wohnungen leer. Aida, die früher häufig zwischen der Finca und Santa Cruz pendelte, dort oft mit ihren Jüngern lautstark feierte, traut sich kaum noch in die Stadt. Sie befürchtet Anschläge.
Eine »deutsche Mafia«, orakelt Aida, trachte ihr nach dem Leben, ein okkulter Geheimbund, der mit Hilfe von »Bewußtseinsmodulatoren« sogar ihr nahestehende Personen umdrehe. »Wir wissen genau, wie das gemacht wird«, versichert Ulrike Pinkwart, ihre treu ergebene Sekretärin.
Heide Fittkau unterstellt anderen, was ihr selber vorgeworfen wird: Menschen mit raffinierten Methoden zu manipulieren, zu willenlosen Erfüllungsgehilfen der eigenen Allmachtsphantasien zu machen.
Noch in diesem Jahr soll die inzwischen 57jährige auf Teneriffa vor Gericht. Beim Prozeß soll herausgefunden werden, was Heide Fittkau vor gut einem Jahr plante. Wollte sie am 8. Januar 1998 tatsächlich mit 31 Jüngern, darunter fünf Kindern, auf den Teide fahren, um auf Teneriffas höchstem Berg einen Massenselbstmord zu inszenieren? Oder sollte die Sekte, wie sie behauptet, dort oben nur quicklebendig den von ihr vorausgesagten Weltuntergang erwarten?
Die Ermittlungen wegen versuchter Anstiftung zum Selbstmord, wegen Betruges und wegen Verursachung schwerer psychischer Schäden sind fast abgeschlossen.
Die Spanier, die wegen des ohnehin florierenden Sektenunwesens auf Teneriffa Einbußen beim Tourismus fürchten, würden gern ein Exempel statuieren. Das Verfahren gegen Heide Fittkau, das inzwischen Dutzende Aktenordner füllt und mehrere Richter und Staatsanwälte beschäftigt, wird mit großem Aufwand geführt. Spanische Kripobeamte reisten quer durch Deutschland, um in Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg 13 Zeugen zu vernehmen.
Weil seinerzeit weder Gift noch Waffen gefunden wurden, ist die zunächst inhaftierte Sektenchefin frei. Die Zahlung der Kaution von umgerechnet 230 000 Mark fiel ihr leicht: Die Polizei schätzt allein den Wert ihres Immobilienvermögens in Spanien auf mehrere Millionen Mark.
Die Fotos der wohlbeleibten Sektenfrau, die ihren Körper vorwiegend in weiße, wallende Gewänder hüllt, wurden damals von Zeitungen in aller Welt gedruckt. Ihre Anhänger, von der Polizei als Opfer eingestuft, blieben seinerzeit meist anonym.
Jetzt bilden die Aussagen ehemaliger Jünger die Grundlage des Strafverfahrens. Einige, die bei früheren Verhören noch versuchten, Heide Fittkau zu decken, belasten sie nun schwer.
Was sie erzählen, klingt wie ein Lehrstück über die Verführbarkeit und Leichtgläubigkeit selbst hochgebildeter Menschen, die sich von okkultem Hokuspokus die Rettung ihrer geschundenen Seelen erhoffen. Lehrerinnen und Mediziner machten mit, Studenten und Unternehmensberater, Ingenieure und Geschäftsfrauen. Viele haben sich zwar inzwischen losgesagt - doch innerlich frei fühlen sich nur wenige.
Manche glauben fest, die als nachtragende Zornesgöttin gefürchtete Aida könne ihnen noch heute, per Telepathie, mit der Kraft ihrer Gedanken Schaden zufügen. Andere ängstigen sich, wegen ihres gebrochenen Treueschwures von der Sektenchefin verflucht zu werden. Die meisten haben seelische Narben zurückbehalten.
»Teneriffa gehört zu den dunkelsten Kapiteln meines Lebens«, gesteht die Hamburger Ärztin Cornelia K., 33. Die junge Frau schämt sich noch heute, wenn sie an ihren früheren Zustand denkt: »Ich hatte keinen eigenen Willen mehr. Ich war nur noch ein Werkzeug, eine Art Zombie.«
In den Bann der Sektenchefin gerät Cornelia K. Anfang der neunziger Jahre bei einem Vortrag im Hamburger Congress Centrum. Heide Fittkau spricht über die Heilung schwerer Krankheiten, darunter auch Krebs, kraft »geistiger Energie«.
Entscheidend ist nicht, was sie sagt, sondern wie sie es sagt. Cornelia K., damals noch Medizinstudentin, ist hingerissen von der raumfüllenden Stimme, dem eindringlichen Blick, dem geheimnisvollen Lächeln, den temperamentvollen, selbstbewußten Gesten. Die Studentin, die nach der Loslösung von ihrer Mutter und der Trennung von ihrem Freund dringend Halt sucht, schließt sich der Psychologin an.
Heide Fittkau, die mit 26 Jahren promovierte, verläßt bald den Boden kritischer Wissenschaft. Die hochintelligente Frau, der alle eine glänzende Karriere prophezeiten, die schon in jungen Jahren erfolgreich Manager trainierte, verlegt sich zunehmend auf Übersinnliches und mystischen Budenzauber. Sie predigt über göttliche Energieströme, verkündet fernöstliche Wiedergeburtsvorstellungen, verspricht vollkommenes Glück durch totale Selbstaufgabe.
Ihr Gott ist Brahma Baba, verstorbener Gründer der indischen Sekte Brahma Kumaris. Heide Fittkau gehört der hinduistisch geprägten, weltweit operierenden Gemeinschaft jahrelang selbst an, verläßt die Sekte jedoch wegen der rigiden Zölibatsvorschriften.
Bei pseudo-religiösen Seminaren in Hamburg und Teneriffa gewinnt Heide Fittkau immer neue Anhänger - zumeist Menschen in akuten Lebenskrisen. Die werden darauf getrimmt »loszulassen«, auf eigene Bedürfnisse zu verzichten, ihre alten Bindungen zugunsten von Gott »Baba« zu kappen. Viele fallen auf die psychologischen Tricks herein.
»Wir waren hypnotisiert wie Hasen«, erinnert sich ein Teilnehmer. »Heide hat genau erspürt, was jeder einzelne brauchte.« Einige habe sie ständig gelobt, andere tagelang gedemütigt.
»Mein Gehirn war nicht nur gewaschen, es war weg«, berichtet auch die Kauffrau Johanna Z., die ihre damalige Folgsamkeit heute nicht mehr begreift: »Ich habe im Garten der Finca tagelang Steine geschleppt und Unkraut gejätet und dafür noch Geld bezahlt.«
Gefragt ist totale Unterwerfung. Die Sektenchefin verlangt von Johanna Z., ihre Wohnung zu kündigen, ihren Beruf aufzugeben und nach Teneriffa umzusiedeln. Ihre beiden Töchter, damals 14 und 15 Jahre, soll die alleinerziehende Mutter einfach in die Obhut des geschiedenen Mannes geben: »Du mußt loslassen.«
Wer nicht spurt, wird von Heide Fittkaus fünf, sechs Favoriten, dem harten Kern der Truppe, in peinliche Verhöre verwickelt, bei therapeutischen »Einzelsitzungen« auf Linie gebracht. Alle gehorsamen »Kinder«, wie die Chefin ihre Jünger nennt, bekommen Alias-Namen, die freilich wenig Phantasie verraten: Aus Margot wird »Mara«, aus Sylvia »Silvio«, aus Astrid »Asta«.
Die Jünger verzichten klaglos auf Alkohol, essen nur noch vegetarisch, lassen sich durch psychedelische Musik und rhythmische Atemübungen, die Muskelkrämpfe und Ohnmachtsanfälle auslösen können, in Trance versetzen.
Medizinstudentin Cornelia K. sieht plötzlich mitten am Tag Menschen, die überhaupt nicht da sind, hört seltsame, von weit her kommende Stimmen. »Ich glaubte, Gott spricht zu mir«, erinnert sie sich, »ich wußte oft nicht, ob ich wache oder träume.«
Die Studentin ist zunächst stolz, dabeizusein. Die Sektenchefin schmeichelt ihr, sie habe eine »hohe Seele«, sei in einem früheren Leben der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart gewesen.
Auch Heide Fittkau will im Laufe ausgedehnter Seelenwanderungen immer wieder Großes geleistet haben. Ihren Jüngern verkündet sie nach nächtlichen Meditationen unter Teneriffas Sternenhimmel, wer sie schon alles war: Zar Peter der Große, Dschingis-Khan, Napoleon, Mao, der Papst, Jesus. Niemand lacht.
Die Anhänger finden es auch normal, daß sich die Psychologin immer öfter mit Gott gleichsetzt, sich mal als Mutter »Aida«, mal als »Brahma Baba« ausgibt. Mama und »Baba« verschmelzen mehr und mehr zu einer Person: Heide Fittkau.
Zu deren Unterwerfungsritualen gehört zeitweise, abends zu bestimmen, wer mit wem das Zimmer zu teilen hat.
Die Chefin, laut Zeugen stets im Mittelpunkt des Reigens, besteht konsequent auf Einhaltung des erotischen Wechselspiels. Feste Beziehungen, behauptet sie, würden durch die dabei entstehenden Besitzansprüche die göttliche Harmonie zerstören.
Ihre Vorgabe: »Du wirst zu keinem sagen, der einen dicken Bauch oder ein häßliches Gesicht hat: 'Den will ich nicht!', sondern wirst immer nur in reiner Liebe fließen und alle gedanklich zu deinen Partnern machen.«
Als sich Cornelia K. über Sex mit ungewollten Partnern beklagt, verzweifelt weint, wird sie von »Baba« an ihre »Mission« erinnert. Nur durch den beim Liebesspiel entstehenden Energiefluß könne die Welt im Gleichgewicht gehalten werden: »Du tust es für den Frieden.«
Mehrere Ehemalige behaupten, auch Minderjährige seien in den sogenannten Liebesring gezwungen worden. Ein 15jähriges Mädchen etwa habe an Gruppensex teilnehmen müssen, ihr 13jähriger Bruder sei von einem älteren Mann zu pädophilen Spielen mißbraucht worden - Vorwürfe, die Heide Fittkau vehement bestreitet.
Ohnehin, sagt sie, habe es sich bei den Liebesspielen nie um gewöhnlichen Sex, sondern stets um von gemeiner Begierde losgelöste Zärtlichkeit gehandelt - Mitwirkende haben es anders in Erinnerung.
Nach sechs Monaten will Cornelia K. nur noch eines: weit, weit weg. Weg von der Insel, weg von der Gruppe, weg von Heide Fittkau. Aber wie?
»Wer Heide verläßt, den wird Baba streng bestrafen«, hat die Sektenführerin gedroht, und davor hat die junge Frau panische Angst. Auf einem Hochhaus in Santa Cruz, beim Blick in die Tiefe, scheint die Lösung plötzlich ganz leicht, noch dazu im Einklang mit Aidas Lehre: loslassen, fallenlassen, den Weg ins Innere finden.
Cornelia K. springt nicht. Mit einem Rest an Überlebenswillen schafft sie es abzureisen. Wenig später verliebt sie sich in einen Mann, der nicht zur Sekte gehört, der ihr hilft, sich von Heide Fittkau zu trennen.
Lehrerin Elisabeth A. bleibt. Dabei hat sie sich schon mindestens dreimal geschworen, die Sekte sofort zu verlassen.
Das erste Mal, als sie mit ansehen muß, wie auf der Finca, wo alle stets so sanft und freundlich lächeln, ein »ungehorsames« Sektenmitglied gefesselt und von zwei anderen Jüngern heftig geschlagen wird.
Das zweite Mal, als ihr eine Rosemarie aufgeregt berichtet, sie, Rosemarie, solle sich auf Geheiß von Aida das Leben nehmen, sich im Meer ertränken. Rosemarie habe das Essen vergiftet, sei verhext und vom Teufel besessen.
Beim dritten Mal ist die Lehrerin selbst betroffen. Heide Fittkau hat erfahren, daß ihre Jüngerin 100 000 Mark geerbt hat, möchte an das Vermögen.
»Das Geld gehört Baba.« »Aber ich will doch für meine Söhne eine Eigentumswohnung kaufen.« - »Du Geizkragen. Ohne Babas Hilfe hättest du nie geerbt. Schäm dich! Baba ist sehr zornig.«
Die Lehrerin fühlt sich zwar schuldig und undankbar, bleibt aber standhaft. Ohnehin hat sie für die Sekte schon über 50 000 Mark ausgegeben, hat mehrmals für die ganze Gruppe Vorräte gekauft, immer wieder Bargeld gespendet, stets pünktlich die teuren Seminargebühren bezahlt.
Andere Anhänger, erfährt sie, sollen für Heide Fittkau alias Aida alias Baba noch weit mehr geopfert haben: ihren gesamten Schmuck, sogar ihre Ersparnisse. Sie befolgten Babas Gebot, irdischen Besitz »loszulassen«.
Lehrerin Elisabeth A. gehört auch noch zur Sekte, als sich die Jünger Ende 1997 auf den Weltuntergang vorbereiten. Aida, die sich jetzt »Gott, die Mutter aller lebendigen Wesen« nennt, hat ihnen prophezeit, daß am 8. Januar 1998, Punkt 20 Uhr, die Erdachse springen werde. Daraufhin würden die Pole schmelzen und gewaltige Wassermassen alles Leben verschlingen - mit Ausnahme von Aidas auserwählter Schar.
Deren Himmelfahrt soll von der zerklüfteten Hochebene unterhalb des Teide-Gipfels erfolgen. Dort werde ein riesiges buntes Raumschiff landen, die Fittkau-Gefolgschaft an Bord nehmen und zu einem paradiesischen Friedensplaneten fliegen: »Die Welt wird schön am 8. Januar.«
Die Heilserwartung der Sektenmitglieder, die sich in euphorischen Briefen und Telefonaten niederschlägt, alarmiert Angehörige in Deutschland. Denen fällt auf, daß mancher Gruß nach endgültigem Abschied klingt.
Einem Stuttgarter Manager, der auf Einladung einer Bekannten angereist ist, sich einen sonnigen Kurzurlaub verspricht, wird es angesichts der fröhlichen Endzeitstimmung unheimlich. Als ihn Aida dann zärtlich küßt, ihm verkündet, er gehöre jetzt dazu, für ihn gebe es »kein Zurück mehr«, handelt der Mann blitzschnell.
Aus Angst, vergiftet zu werden, täuscht er Übelkeit vor, ißt nichts mehr, trinkt nichts mehr, schläft nicht mehr. Um sechs Uhr früh ordert er ein Taxi, fährt zum Flughafen und fliegt mit der ersten Maschine nach Deutschland.
Auch Lehrerin Elisabeth A., die Anfang Januar 1998 in Erwartung der Apokalypse nach Teneriffa reist, ist es mulmig. Was passiert, wenn das Raumschiff nicht kommt? Oder wenn, kaum auszudenken, die Welt nicht untergeht? Fahren dann die Fittkau-Jünger wieder brav den Berg hinunter, mit Aida, der widerlegten Göttin, an der Spitze?
Ingenieur Jürgen S., ebenfalls mißtrauisch, kauft sich einen Weltempfänger, um in der abgelegenen Gebirgsregion Nachrichten hören zu können. Sollte die Katastrophe ausbleiben, will er sich schleunigst und notfalls allein nach unten durchschlagen, rüstet sich zu diesem Zweck mit Taschenlampe, Rucksack und Bergstiefeln aus. Warum?
Heide Fittkau hat nie direkt von Selbstmord gesprochen. Doch der Ingenieur ist sicher, daß zumindest die Hälfte von Aidas Jüngern bereit ist, auf Befehl der Führerin alles zu tun, notfalls auch in die nächste Schlucht zu springen. Und einer solchen Situation will er sich nicht aussetzen.
»Ich weiß nicht, was Heide auf dem Teide wirklich vorhatte«, bekennt auch Marianne U., bis zum vorigen Jahr eine Vertraute der Sektenchefin. »Ich weiß nur eins: Ich wollte nicht sterben.«
Einige der fanatischsten Sektenmitglieder schrieben allerdings Unterwerfungsadressen an Heide Fittkau, sogenannte Herzensschlüssel, die zumindest nach Todesbereitschaft klingen. Andra: »Ich sterbe jetzt - für Dich und mit Dir, meiner ewigen Liebe.« Bernd: »Ich werde mich entscheiden zu sterben. Durch meine Hingabe zum Sterben wird die Welt befreit.« Janus: »Ich lasse alle vergänglichen Dinge los und sterbe in Deinem Schoß.«
Die Polizei fand diese Erklärungen bei einer der vielen Durchsuchungen ebenso wie einen Brief, den die Sektenchefin vor dem geplanten Bergausflug an eine Freundin namens »Sola« schrieb: »Alle Menschen und alle Tiere werde ich mit mir nehmen. Sie werden alle ihre Körper verlassen, d. h. praktisch sterben und mit mir in den Himmel gehen.«
Die Polizei, die am Abend des 7. Januar 1998 Heide Fittkaus Stadthaus in Santa Cruz stürmt, beendet alle Spekulationen. Die Sektenführerin und ihre Anhänger, die gerade beim Abendessen sitzen, werden aufgrund von Hinweisen aus Deutschland festgenommen, die Fahrt auf den Teide fällt flach. Was dort wirklich geplant war, weiß womöglich nur Heide Fittkau allein.
Ob die Sektenfrau psychisch krank ist oder nur zynisch ihre Macht über andere auskostet, bleibt ungewiß. Die spanische Amtsärztin, die Heide Fittkau untersuchte, geht davon aus, daß die Deutsche geistige Verwirrung nur simuliert, um als nicht schuldfähig zu gelten.
Teneriffa, 8. Januar 1999: Ein Jahr nach dem Eklat halten nur wenige aus dem harten Kern bei Aida Wache. »Jes« und »Rosa« sind dabei, Ulrike Pinkwart natürlich auch. »Andra« und »Rose«, wohl die Treuesten der Treuen, sind eigens aus Berlin angereist.
Schon um Mitternacht rückt die Polizei an. 24 Stunden lang darf niemand die Finca verlassen. Die Spanier fürchten, diese seltsamen Deutschen könnten sonst zum Jahrestag des letzten Versuches auf den Teide fahren, um Versäumtes nachzuholen.