Schlacht um Mossul: Die Retter von der Höllenpforte - DER SPIEGEL
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Schlacht um Mossul Die Retter von der Höllenpforte

Die Schlacht um Mossul gerät zu einem zähen Abnutzungskrieg. Die medizinische Versorgung für Soldaten und Zivilisten an einem der wichtigsten Frontabschnitte leistet eine einzige Krankenstation - mit drei amerikanischen Freiwilligen.
Irakischer Soldat mit schwer verletzter Dina: "Das Mädchen stirbt uns weg"
Irakischer Soldat mit schwer verletzter Dina: "Das Mädchen stirbt uns weg"

Irakischer Soldat mit schwer verletzter Dina: "Das Mädchen stirbt uns weg"

Foto: Jacob Russell/ DER SPIEGEL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Am Anfang wissen sie nicht einmal seinen Namen. Das Mädchen ist ungefähr sieben Jahre alt. Soldaten bringen es in einem Humvee-Geländewagen von der Front, bugsieren auch noch seinen blutenden, schreienden großen Bruder aus dem Auto.

Wo die Eltern sind? "Ma ba'rif", keine Ahnung, sie tragen die beiden Kinder auf die Liegen im Hof, der Junge brüllt vor Schmerzen, "gut so, gut, der schafft es", Pete Reed, der amerikanische Sanitäter, gibt knappe Kommandos, "zwei Tourniquets", Aderpressen zum Stoppen der Blutungen, "schnell! Festhalten! Hier!"

Das Mädchen schreit nicht. Das ist nicht gut. Es hat eine schwere Kopfverletzung, nicht groß, aber viel gefährlicher als die Wunden des Bruders. Sie zuckt, wimmert, verliert immer wieder das Bewusstsein. Glutheiße Granatsplitter sind durch die Körper der beiden Kinder gerast, haben Knochen zerteilt, Muskelstränge zerschnitten, Stücke ihrer Beine herausgerissen.

Der Junge, vielleicht elf, hat eine Wunde im rechten Oberschenkel, so groß, dass eine halbe Faust hineinpassen würde. Sekunden später fährt die Hand eines irakischen Sanitäters in das Fleisch, um den Blutverlust aufzuhalten.

Sie haben hier nicht viel, in diesem allerersten Notfallpunkt von Gogjali am Ostrand von Mossul: kein Röntgengerät, erst recht keinen sterilen Operationsraum. Sondern: drei Pritschen im Hof, eine weitere in einem Zimmer, ein paar Kisten mit Notfallausstattung, das Ganze untergebracht in einem verlassenen eingeschossigen Wohnhaus.

Vor gut zwei Monaten begann mit großer internationaler Fanfare die Offensive gegen den "Islamischen Staat" in Mossul. Immer wieder wurde vor der dräuenden humanitären Katastrophe für rund eine Million eingeschlossene Zivilisten in der Stadt gewarnt. Aber bis heute besteht die medizinische Erstversorgung für Soldaten wie Zivilisten an einem der wichtigsten Frontabschnitte nur aus diesem Notfallpunkt. Dessen medizinisches Kernpersonal sind drei amerikanische Freiwillige.

Einer von ihnen hat noch nicht einmal seine Prüfung als Sanitäter abgelegt, überdies sind sie mehr oder minder zufällig hergekommen. Weil sonst keiner da war und die irakischen Armeesanitäter ohnehin völlig überlastet sind und überfordert mit den aberwitzigen Verletzungen, deren Opfer an manchen Tagen im Viertelstundentakt abgeliefert werden. Krankenwagen kommen und gehen im Pendelverkehr, meistens stehen zwei, drei bereit. Einen Arzt gibt es nicht.

Die humanitäre Katastrophe, sie findet hier jeden Tag statt. Offensichtlich haben sich die Planer des Großangriffs kaum Gedanken darüber gemacht, dass von einer Million Zivilisten jeden Tag welche getroffen werden könnten, vor allem von den Mörsergranaten, die der IS in Richtung der Angreifer verschießt.

"Das Mädchen stirbt uns weg." Pete Reed greift mit blutverschmierten Handschuhen nach seinem Telefon. Das Fragment im Kopf der Kleinen löst Blutungen aus, die sie weder stoppen noch abfließen lassen können. Der wachsende Druck unter ihrer Schädeldecke lähmt langsam das Atemzentrum. Sie müsste sofort operiert werden. Nur wo? Reed läuft auf der staubigen Fläche neben dem Haus auf und ab, telefoniert mit dem nächsten Militärlazarett im Ort Bartilla und klingt, als wahre er mühsam die Beherrschung: "Ich schicke euch jetzt zwei unbegleitete Kinder!"

"Aber was für ein Sicherheitsrisiko sind zwei nackte, schwer verletzte Kinder?"

Dann folgen die Details der Anamnese, und sie sollten die beiden verdammt noch mal sofort behandeln und nicht abermals weiterschicken, wie sie es so oft mit verwundeten Zivilisten in den vergangenen Tagen getan haben. Die mussten weiter bis nach Erbil, zum West Erbil Emergency Hospital, kurz: Emergency West, anderthalb Stunden Fahrt. Bis nach Bartilla sind es kaum 15 Minuten. Aber Bartilla ist nur für Militärs. Zivilisten seien "ein Sicherheitsrisiko", lautet die gleichbleibende Antwort.

"Aber was für ein Sicherheitsrisiko sind zwei nackte, schwer verletzte Kinder?", brüllt Reed irgendwann in sein Telefon.

Erstversorgt, soweit das hier möglich war, werden die beiden in einen Ambulanz-Van geschoben, der losrast Richtung Bartilla. Der Zuständige dort hat Nein gesagt. Sie fahren trotzdem.


Im Video: "Tote im Halbstunden-Takt"
SPIEGEL-Korrespondent Christoph Reuter über die katastrophale medizinische Versorgung an der Frontlinie vor Mossul.

DER SPIEGEL

Es ist elf Uhr vormittags, die nächsten werden hereingetragen, ein Soldat mit Beinschuss, ein zweiter mit einer Bauchverletzung, stöhnend. Ihre Kameraden nutzen die Pause in der relativen Sicherheit, um eine Zigarette nach der anderen zu rauchen.

Bis der Wachhabende am Tor plötzlich schreit, mehrfach, immer lauter: "Stopp! Anhalten! Halt an, verdammt!", er hebt die Kalaschnikow, bis der Krankenwagen auf dem Hang gegenüber langsamer wird und schließlich abbremst. Der Fahrer steigt aus und winkt mit den Armen. "Ah, okay. Doch einer von uns." Zwei, drei Sekunden später hätte der Soldat vielleicht geschossen. Denn die größte Angst haben hier alle vor: Krankenwagen.

Nicht vor den eigenen, die im Pendelverkehr schreiende und apathisch schweigende Verletzte abholen. Sondern davor, dass der "Islamische Staat" mit seiner diabolischen Vorliebe fürs Tarnen und Täuschen wieder einmal ein Ambulanzfahrzeug mit Sprengstoff bis unters Dach befüllt und damit in die gegnerischen Linien rast. Oder, konsequenterweise, ins nächsterreichbare Behelfskrankenhaus.

Kein ganz schlechter Tag, dachte er, viele Verwundete, aber keine Toten. Bis 14.32 Uhr.

Ein paar Sekunden bleiben im Zweifelsfall, um zu entscheiden, wer da heranrast. Auch die echten Retter kurven oft in halsbrecherischer Geschwindigkeit über die verschlammten, zerschossenen Straßen. Nur melden sie sich vorher über Funk. Falls das Funkgerät noch funktioniert.

Es dauert eine Weile, bis es mal ruhiger wird an diesem Vormittag. In der Ferne sind das Grollen der Artillerie zu hören, gelegentlich schwere Explosionen und das eigentümliche Wummern der Bordkanonen mutmaßlich amerikanischer Jets. Die "Goldene Division", Iraks Eliteeinheit der Armee, hat angesetzt, ein weiteres Stadtviertel heute zu erobern. Großer Krieg. Aber im Kleinen erscheint er fatal planlos.

Soldaten haben Reis und Kichererbsen in Soße vorbeigebracht; sie kochen, und sie versorgen hier seit Tagen nicht nur die Sanitäter, sondern auch Flüchtlinge und Nachbarn. Derek Coleman, einer der drei amerikanischen Freiwilligen, nutzt die kurze Ruhe zum Essen: "Eigentlich kam ich ja zum Kämpfen hierher", erzählt er, "ich bin ein Waffenfreak. Aber nach ein paar Wochen im Irak habe ich gemerkt: Das war ein Hirngespinst, eine völlig blödsinnige Idee. Die meisten Ausländer, die zum Schießen hergekommen waren, saßen wochenlang herum, kamen nie an die Front und wollten da nicht mal unbedingt hin. Stattdessen haben sie Fotos von sich mit Waffen geschossen und nach Hause geschrieben, was für tolle Kerle sie seien."

Schütze der irakischen Armee im Häuserkampf bei Mossul: "Sie waren wie Geister"

Schütze der irakischen Armee im Häuserkampf bei Mossul: "Sie waren wie Geister"

Foto: Jacob Russell/ DER SPIEGEL

Der Werkzeughersteller aus San Diego traf Pete Reed, dann lernten die beiden die slowakische Drei-Mann-Hilfsorganisation Academy of Emergency Medicine kennen und begannen in ihrem Auftrag, kurdischen Peschmerga-Kämpfern Basiskurse in Notfallmedizin zu geben. Pete Reed als ausgebildeter Sanitäter, Coleman mit einem Kurs als Katastrophenhelfer. Dann stieß noch Alex Potter zu ihnen, eine gelernte Krankenschwester, die eigentlich als Fotografin in den Irak gekommen war.

Nicht dass sie überaus qualifiziert gewesen wären für solche Kurse. Aber im Vergleich zum bisherigen Prozedere der kurdischen Einheiten, auch Schwerstverletzte erst einmal in irgendeinem Auto in Sicherheit zu bringen, waren auch die simplen Dinge ein Fortschritt: schwere Blutungen zur Not radikal durch Abbinden zu stillen, die Bandagen keinesfalls zu lockern bis zum Erreichen eines Krankenhauses.

"Wir haben das gemacht, was sonst keiner gemacht hat", sagt Coleman schulterzuckend, "dann haben wir angefangen, im Feld Verwundete zu behandeln, und sind schließlich hier gelandet". Im "Tababa", der Notfallstation von Gogjali. Fern der Front sind auch Militärmediziner der US-geführten Koalition im Einsatz. Aber eben nicht hier vorne. Wo noch Ende November 40 Meter weiter Granaten des IS einschlugen und wo am 12. Dezember zwei IS-Männer gefangen genommen wurden, die im Strom der Flüchtlinge entkommen wollten - während am Tag zuvor eine ganze Gruppe IS-Männer in irakischen Polizeiuniformen und acht Humvees weiter südlich gestoppt wurde, bevor sie zuschlagen konnte.

Sanitäter Pete Reed (l.), verletzte Zivilistin: "Wir haben gemacht, was sonst keiner gemacht hat"

Sanitäter Pete Reed (l.), verletzte Zivilistin: "Wir haben gemacht, was sonst keiner gemacht hat"

Foto: Jacob Russell/ DER SPIEGEL

Je näher die vorrückende Allianz durch die ersten Viertel Ostmossuls dem Zentrum kommt, desto riskanter wird jede Bewegung. Doch in Bagdad drängen die Generäle auf ein rascheres Vordringen, wollen das Ufer des Tigris schnell erreichen und einen Sieg feiern, getrieben auch von der Konkurrenz zwischen der elitären "Goldenen Division" und den anderen Armeeverbänden, die bei prosaischen Titeln wie der "9. Panzerdivision" stecken geblieben sind. Hinzu kommt die Konkurrenz zur neuen Armada der schiitischen Glaubenskämpfer, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden ist: die "Volksmobilisierungseinheiten", etwa 100.000 Mann, die mittlerweile Teil der staatlichen Streitkräfte sind, ohne dem Befehl der Armee zu unterstehen.

Immer wieder stoßen die Soldaten nun vor, ohne zu wissen, was links und rechts von ihnen lauert. Wie am 6. Dezember, als die Truppen der 9. Panzerdivision immer tiefer ins Viertel Wahda fuhren, kaum noch einen Kilometer vom Ufer entfernt. Es gehe so leicht voran an diesem Morgen, befanden die Befehlshabenden und ließen den Konvoi weiterrollen. "Wir dachten, die seien geflohen", so einer der Offiziere später. "Aber kaum hatten wir das Salam-Hospital besetzt, öffneten sich danach die Tore der Hölle. Sie griffen uns von jeder Straße, jedem Haus rund ums Krankenhaus an." Insgesamt sechs der gefürchteten Selbstmordattentäter-Wagen rasten auf die Truppen zu, "selbst im Krankenhaus tauchten überall IS-Kämpfer auf, keine Ahnung, woher. Sie waren wie Geister".

Es dauerte drei Tage, die Eingeschlossenen freizuschießen, trotz amerikanischer Luftangriffe. Soldaten, die den Funkverkehr verfolgten, sprechen von 50 Toten, 20 zerstörten Fahrzeugen. Im Prinzip ist der IS den Angreifern unterlegen, hat keine Flugzeuge, keine Hubschrauber. Aber er zehrt die irakischen Angreifer aus. Allein die "Goldene Division" soll seit Oktober 300 ihrer 3000 Mann dort verloren haben.

Geflohene Zivilisten aus Mossul: Die humanitäre Katastrophe findet längst statt

Geflohene Zivilisten aus Mossul: Die humanitäre Katastrophe findet längst statt

Foto: Jacob Russell/ DER SPIEGEL

Entlang der Straßen ins Kampfgebiet wachsen die Halden zerstörter Humvees: zerfetzte Stahlarmierungen, abgerissene gepanzerte Türen und verdrehte Achsen, als wären diese Fahrzeuge Blechspielzeug in den Händen wütender Riesen gewesen. "Ihr solltet die nicht fotografieren", murmelt der irakische Fahrer, "das kann Ärger geben mit der Armee." Aber die Halden sind überall, drei allein auf der Strecke vom letzten kurdischen Kontrollposten bis nach Gogjali.

Dort ziehen wie an jedem Tag Flüchtlinge vorbei in kleinen Gruppen, ein, zwei, drei Familien, bepackt mit Rucksäcken, manche ziehen Handkarren, Rollkoffer hinter sich her. Drei Jungen bringen einen Verletzten auf einem hölzernen Handkarren, auf dem sonst Gemüse angeboten wird, zum Behandlungspunkt. "Er ist unser Nachbar", erklärt Muhayman, 14, "seine Splitterwunde von vorgestern hat sich entzündet." Er kann nicht mehr laufen. Aber fliehen, so wie seine restliche Familie, wollte er auch nicht, sondern auf sein Auto aufpassen, das von den abziehenden IS-Männern dann doch gestohlen wurde. Als das Bombardement begann, saß er fest.

Muhaymans kleiner Cousin Mohammed, 11, meldet sich: "Daisch", wie der IS auf Arabisch genannt wird, "sind sehr böse", sagt er. "Die haben meinen großen Bruder verhaftet, und wir mussten alles verkaufen, um ihn wieder freizubekommen." Das Vergehen des Mannes: Er hatte Kanarienvögel gehalten, weil die so schön singen. Aber Gesang, jedenfalls solcher, der nicht Gott preise, so der IS, sei "haram", verboten, und Kanarienvögel preisen nicht Gott. "Die Vögel sind noch im Haus", sagt Mohammed besorgt, "wir wissen auch nicht, was aus denen geworden ist."

Derek Coleman, der die Strichliste des Tages führt, sagt eine Weile später, dass dies kein ganz schlechter Tag sei, "viele Verwundete, aber noch keine Toten", jedenfalls keine, die "dead on arrival" seien.

Bis um 14.32 Uhr ein rasender schwarzer Humvee in einer Staubwolke zum Stehen kommt mit einer ganzen Familie. Beziehungsweise mit dem, was von ihr übrig geblieben ist. Der tote Großvater auf der Motorhaube, in eine Wolldecke gewickelt und festgezurrt, ein halb zerfetzter Junge im Inneren, tot, ein zweiter, dessen Beine nur noch eine einzige offene Wunde sind. Der kleine Junge wird noch auf die Pritsche gelegt, ein Blick. Puls fühlen, Kopfschütteln. Jemand legt ein Tuch über ihn. Der andere mit den zerfetzten Beinen schreit, reißt sich die Beatmungsmaske vom Gesicht.

Pete Reed fährt mit im Krankenwagen nach Bartilla, um sicherzustellen, dass wenigstens der Junge aufgenommen wird. Der Vater, unverletzt, wirft sich weinend auf den staubigen Grund. Coleman spuckt und spuckt, "ich habe das Blut des Jungen im Mund", man werde den Geschmack kaum wieder los.

Kurz darauf kommt ein Humvee mit vier weiteren Leichen aus dem Haus der Familie. Der tote Großvater und das gestorbene Kind sowie der apathische Vater werden noch mitverladen, dann bringt der Wagen alle zu einem Friedhof in der Nähe. Minuten später ziehen wieder zwei Dutzend Flüchtlinge in die Gegenrichtung: genau dorthin zurück, woher die Zerfetzten und Blutenden gerade gebracht worden waren. Dort seien ihre Häuser, ruft ein Mann, sie wollten in kein Lager, und die Lage werde morgen bestimmt besser sein. Niemand hält sie auf.

Nach einer halben Stunde kommt Reed zurück, ein Bündel in einem silberhellen Plastiksack in den Armen. Der Junge hat es nicht einmal bis Bartilla geschafft. "Aber jetzt nehmen sie unbegleitete Kinder auf!" Es beginnt zu dämmern, und es war doch kein so guter Tag, zählt Coleman zusammen: etwa fünfzig Verletzte, sechs oder sieben Tote insgesamt.

Im kleinen Militärlazarett in Bartilla will von den niederländischen und amerikanischen Sanitätern niemand etwas sagen. Auch nicht zum Schicksal des Mädchens, mit dem die Geschichte begann. Bis schließlich der irakische Hauptmann Rasul herauskommt, der beteuert, "wir haben das Mädchen so gut behandelt, wie wir konnten, sie dann weiter nach Erbil geschickt. Wir haben ja selbst keine Ärzte mehr hier. Da waren zwei finnische Chirurgen, aber die sind vor zwei Tagen wieder gefahren". Warum, wisse niemand.

Pete Reed wird später sagen, dass sie das Mädchen ohne Behandlung weitergeschickt hätten nach Erbil. Dort, im Emergency-West-Krankenhaus, tauchen im Eingangsbuch tatsächlich zwei Geschwister aus Mossul auf, eingeliefert drei Stunden nach Abfahrt in Gogjali.

Dina Udi Mahmoud hieß das Mädchen, das mit seinem Bruder Mohammed eingeliefert wurde, es war neun Jahre alt. Der Junge hat überlebt, geht aus den kargen Einträgen der Registratur hervor. Die Schwester sei während der Operation gestorben.