Im neuen SPIEGEL Urlaub im Kongo? - Wie ein Umweltschützer gegen die Ölindustrie kämpft. Flamingohirn und tödliche Veilchenlawinen - das bizarre Leben des römischen Kaisers Elagabal. Wir wollen Russen werden - eine Reise durch Transnistrien
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Wie mag sich wohl ein Sommerurlaub im Kongo anfühlen, im Osten, an der Grenze zu Ruanda und Uganda? Dort, wo sich malerisch der Eduardsee erstreckt und die Berggorillas durch den Regenwald turnen. Es wäre bestimmt herrlich - würden nicht bewaffnete Rebellengruppen die Bevölkerung terrorisieren; und würden Wilderer nicht die Elefanten jagen und die Affen töten. Trotzdem unternimmt ein belgischer Parkdirektor einen wahnwitzigen Feldversuch: Emmanuel de Mérode will den Virunga-Nationalpark zu einem florierenden Touristengebiet machen. Meine Kollegin Juliane von Mittelstaedt hat de Mérode im Kongo besucht. Sie beschreibt seinen leidenschaftlichen Kampf gegen die britische Ölfirma Soco, die in dem Gebiet gewaltige Ölvorräte vermutet. Man wünscht sich, dass de Mérode mit seinem idealistischen Plan eine Chance hat. Wasserkraftwerke statt Ölförderung, Safaris statt Wildereien. Damit das klappen kann, müssten sich mehr Touristen auf den Weg machen. Aber: Würden Sie eine solche Reise buchen? Ich nicht.
An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor. In dieser Woche: Katrin Elger, 33. Sie ist seit 2014 beim SPIEGEL und arbeitet im Ressort Wissenschaft und Technik.
Ein anderes Thema, das mich beim Lesen des aktuellen SPIEGEL gefesselt hat, liegt weit zurück in der Geschichte. Matthias Schulz schreibt oft über Archäologie - und es ist immer wieder interessant, welche jahrtausendealten Themen er ausgräbt. Dieses Mal hat er sich mit Elagabal beschäftigt, "einem der bizarrsten Herrscher der Antike". Der Legende nach vergab der verrückte römische Kaiser Ehrenposten nach der Größe der Geschlechtsteile der Bewerber. Er aß gern Flamingohirn und erstickte unliebsame Gäste mit einer Lawine aus Veilchen. Damit nicht genug: "Angeblich spann der Unhold nackte Mädchen vor einen Karren und ließ sich hohnlachend durch die Straßen Roms befördern."
Alexander Smoltczyk hat sich mit ganz anderen Skurrilitäten befasst. Er hat Transnistrien bereist, diesen Zwergstaat, "der von niemandem anerkannt wird außer von der Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten". Der Artikel über die Menschen Transnistriens ist nicht nur lesenswert, weil er die Wunderlichkeiten dieser abtrünnigen Provinz zwischen der Ukraine und der Republik Moldau beschreibt. Er hat auch einen ernsten Hintergrund: Man bekommt eine Idee davon, warum Wladimir Putin glaubt, fast alle in der Region sehnten sich nach Russland.
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Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen
Katrin Elger