SPIEGEL: Wildnis, Konsumrausch, Lesen - DER SPIEGEL
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Im neuen SPIEGEL Die Rückkehr der Wildnis; eine Amerikanerin schuftet sich zu Tode; die Zukunft des Lesens

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebe Leserin,
lieber Leser!

Sind Sie auch in Zeitnot, so kurz vor Weihnachten? Ich weiß nicht, wann ich all die Geschenke kaufen oder gar basteln soll, die meine drei Töchter und die beste Ehefrau von allen in diesem Jahr von mir erwarten. Und wo nehme ich die Zeit her für die nächsten Seiten in Klaus Harpprechts Memoiren "Schräges Licht", zu denen meine Kollegen Martin Doerry und Jan Fleischhauer im vorigen SPIEGEL ein so wunderbares Gespräch mit dem Politikchronisten geführt haben? Falls Sie in ähnlicher Zeitnot sind wie ich, darf ich Ihnen hier drei Lesetipps für die neueste Ausgabe geben, die es lohnen, die Shoppingtour zu unterbrechen oder das Bastelzeug zur Seite zu legen.

Foto: Bernhard Riedmann/ DER SPIEGEL

An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor.
In dieser Woche: Dieter Bednarz, 59, seit 1981 beim SPIEGEL. Er arbeitet im Ressort Ausland.

Kluge Gespräche werden schon deshalb seltener, weil nicht nur die Fragesteller zu wenig wissen, sondern auch, weil die Interviewpartner - wenn sie nicht Harpprecht heißen - wenig zu sagen haben. Wie sich mein Kollege Philip Bethge allerdings mit Deutschlands oberster Naturschützerin Beate Jessel über den Sehnsuchtsort Wildnis unterhält, das ist schon hohe Kunst. Im Hunsrück-Hochwald hat er mit der ehemaligen Professorin für Landschaftsplanung an der TU München und heutigen Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz ein langes, aber alles andere als langweiliges Gespräch geführt über Nationalparks, Angst vor dem Wolf und die Bedrohung der Artenvielfalt. Mich hat das so sehr angesprochen, dass ich mit meiner Familie bereden werde, ob eines unserer nächsten Ferienziele nicht der Lieblingsort der wildnisbegeisterten Beate Jessel sein könnte: der Nationalpark Bayerischer Wald.

Zum Thema Konsumrausch, der uns alle in diesen Tagen mehr oder weniger befällt, kann ich nur empfehlen, was unser USA-Korrespondent Markus Feldenkirchen aufgeschrieben hat: die sehr anrührende Geschichte der Maria Fernandes. Der Name sagt Ihnen nichts? Nun, wenn Sie die Reportage gelesen haben, werden Sie das Schicksal dieser modernen Wanderarbeiterin so schnell nicht vergessen. Die 32-Jährige aus New Jersey träumte den alten amerikanischen Traum von Aufstieg und Wohlstand. Dafür hat sie sich zu Tode geschuftet - in drei Jobs, die sie bei "Dunkin' Donuts" hatte.

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie für diese beiden journalistischen Glanzstücke den SPIEGEL kaufen sollten, dann schauen Sie mal auf den Titel: "Die Zukunft des Lesens" heißt es da. Es ist ein brillantes Stück meiner Kollegen Hauke Goos und Claudia Voigt über den Umbruch in der wichtigsten Kulturtechnik der Menschheit. Nachdem ich viele technische Berichte über Tablets, Smartphones und die neuesten Computerprogramme gelesen habe, finde ich hier eine stellenweise geradezu essayistische Abhandlung über die Revolution beim Lesen: Denn, das war mir gar nicht so klar, zum ersten Mal können wir nicht nur entscheiden, was wir lesen wollen, sondern auch, wie wir lesen wollen.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Lesevergnügen mit der neuen SPIEGEL-Ausgabe - auf Tablet, PC oder Smartphone oder in der gedruckten Form, ganz, wie Sie es wollen!

Ihr Dieter Bednarz