Im neuen SPIEGEL Modedesignerin Diane von Furstenberg über den Stoff ihres Lebens; Stadien, rückbaubar - Gespräch mit dem Baumeister Albert Speer über die Fußball-WM in Katar; Im Auge des Konfliktes - Reportage über den Tempelberg in Jerusalem
Wenn demnächst die Pariser Modenschauen beginnen, wird man sie wieder erblicken, jene bizarren Kreationen - meterhohe Hüte, Kleider wie Kartoffelsäcke, Röcke aus Metall. Und man wird sich, wie jedes Jahr, fragen: Wer soll das Zeugs tragen?
Männliche Designer würden eben Verkleidungen, würden Kostüme entwerfen, weibliche Modeschöpfer hingegen eher tragbare Kleider, so erklärt es Diane von Furstenberg im neuen SPIEGEL, und sie erzählt, wie sie in den Siebzigerjahren auf die Idee des Wickelrocks verfiel. Meine Kollegin Samiha Shafy hat mit der Modezarin ein wunderbares Gespräch geführt, in dem es um Ideen, Stoffe, Männer, Frauen und mehr geht. Vor meinen Augen entstand während der Lektüre die Biografie einer Frau, die sich mit Kraft, Witz und Charme in einer von Männern dominierten Welt durchgesetzt hat.
Christian Thiel
An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor. In dieser Woche: Lars-Olav Beier, 49, seit 2001 beim SPIEGEL. Er arbeitet im Ressort Kultur.
Etwas hitziger geht es in einem anderen Gespräch zu - was in der Natur der Sache liegt, denn es geht um die Fußball-WM, die 2022 in Katar stattfinden soll. Der deutsche Architekt Albert Speer und sein Team erzählen meinen Kollegen, wie sie den Generalauftrag für den Bau aller WM-Stadien in dem Emirat bekamen. Von Speer habe ich ein neues unschönes Wort gelernt: "rückbaubar". Die Stadien müssten nicht, wie vermutlich in Südafrika, nach dem Turnier abgerissen werden, sagt Speer, sondern man könnte sie verkleinern. Die SPIEGEL-Redakteure zeigen sich von dieser Idee der Nachhaltigkeit nicht wirklich überzeugt und setzen immer wieder nach, weil sie wissen wollen, wie es ist, als Architekt für ein diktatorisches Regime zu arbeiten, das über Leichen geht.
Auf ihm steht ein großer Fels, 90 Millionen Jahre alt, und er ist zugleich das Symbol eines sehr fragilen Zustands. Über den Jerusalemer Tempelberg hat Nicola Abé eine Reportage geschrieben, die den Leser mitten ins Herz des Nahostkonflikts führt. Sie beschreibt, am Beispiel eines Rabbiners und einer jungen Palästinenserin, diesen Ort, der drei Weltreligionen als heilig gilt. Genau beobachtet und einfühlsam geschrieben, erinnert dieser Text mich an einen Satz des großen Filmregisseurs Jean Renoir: "Das Schlimme im Leben ist, dass jeder seine Gründe hat."
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Eine anregende SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen
Lars-Olav Beier