Uwe Buse: Was man diese Woche lesen muss - DER SPIEGEL
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Im neuen SPIEGEL Ein deutscher Pazifist kämpft im Kongo; Organhandel im Libanon; Filmregisseur Roman Polanski im Gespräch; Warum ein Flüchtling aus Deutschland flüchten will

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebe Leserin,
lieber Leser,

wie ist es, wenn man als deutscher Pazifist und Diplomat den Auftrag bekommt, eine Region der Welt zu befrieden, die zu den barbarischsten unseres Planeten gehört? Welche Mittel setzt man ein? Kann man schießen? Darf man schießen? Muss man schießen? Antworten auf diese Fragen suchte meine Kollegin Juliane von Mittelstaedt, als sie Martin Kobler, Chef der Uno-Friedensmission Monusco, im Kongo begleitete. Kobler wollte gemeinsam mit der kongolesischen Armee die Herrschaft der M23 beenden, einer mörderischen Miliz im Osten des Landes, und er war erfolgreich: Die M23 kapitulierte. Aber für den Sieg war ein Preis zu zahlen, für einen Pazifisten ein hoher Preis. Mehrere Soldaten seiner Friedensmission starben.

Mit den überraschenden und fürchterlichen Folgen des Krieges in Syrien beschäftigt sich meine Kollegin Ulrike Putz. Sie hat sich im Libanon auf die Suche nach Kriegsflüchtlingen gemacht, die eine ihrer Nieren verkaufen, um im Exil überleben zu können. Putz hat verzweifelte Organspender getroffen - und auch einen Hehler, der die Nieren weiterverkauft. Sie saß mit ihm im Auto; gefragt, wie die Geschäfte gehen, antwortete der Mann: "Die Preise fallen, das Angebot ist größer als die Nachfrage".

Foto: Bernhard Riedmann / DER SPIEGEL

An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus dem neuen Heft vor. In dieser Woche: Uwe Buse, 50, seit 1998 beim SPIEGEL. Er arbeitet im Ressort "Gesellschaft".

Zwei Tragödien und ein Verbrechen haben das Leben von Roman Polanski, Europas berühmtestem Filmregisseur, geprägt: die Kindheit im Krakauer Ghetto, die Ermordung seiner Ehefrau Sharon Tate durch Anhänger des Satanisten Charles Manson und die Verführung der damals 13-jährigen Samantha Geimer. Anlässlich der Premiere seines neuen Films, "Venus im Pelz", unterhielt sich der 80-jährige Polanski mit meinen Kollegen Philipp Oehmke und Martin Wolf über seine Filme, seine Karriere und sein Leben. Sein erstaunliches Fazit: "Ich bin glücklich".

In einem einfühlsamen und sehr genauen Porträt beschreibt mein Kollege Juan Moreno, wie es einem Einwanderer in Deutschland erging, der sich viele Jahre sehnlichst wünschte, akzeptiert zu werden von den Deutschen. Derege Wevelsiep hatte viel Geduld mit Deutschland und seinen Gesetzen. Er nahm hin, dass er jahrelang nicht arbeiten durfte, dass er auf Ämtern, in Behörden mit Misstrauen betrachtet wurde. Trotz dieser Widrigkeiten gelang Wevelsiep der Aufstieg, er hatte eine gute Ausbildung, einen guten Job; dann traf er auf deutsche Polizisten, die ihn nach seiner Aussage grundlos zusammenschlugen. Wevelsieps Geduld mit Deutschland ist nun am Ende. Er will auswandern. Nach Mexiko.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen
Ihr

Uwe Buse